Irans Sängerinnen kämpfen im Untergrund um ihre künstlerische Freiheit
Lukas BraunIrans Sängerinnen kämpfen im Untergrund um ihre künstlerische Freiheit
Die Repression gegen Musikerinnen im Iran hält weiterhin an. Seit der Islamischen Revolution 1979 unterliegen Frauen im Land massiven Einschränkungen, insbesondere in der künstlerischen Entfaltung, ohne dass ihre Rechte rechtlich geschützt wären. Sängerinnen sind besonders betroffen und sehen sich schweren Verfolgungen ausgesetzt. Geheime Konzerte sind für viele von ihnen überlebenswichtig geworden, um ihre Musik weiterhin ausüben zu können. Eintrittskarten und Veranstaltungsorte werden diskret über Apps wie Telegram weitergegeben, um der strengen Kontrolle durch die Behörden zu entgehen.
Viele Künstlerinnen verbreiten ihre Musik durch geheime Auftritte oder über Online-Plattformen. Die junge Sängerin Parastoo Ahmadi etwa veröffentlichte unzensierte Auftritte offen im Internet und wurde dafür bestraft. Eine andere Sängerin, Mahsa, wurde nach einem Auftritt bei einer Privatfeier festgenommen und sexuell sowie geschlechtsspezifisch beleidigt.
Die Behörden ahnden Regelverstöße mit harten Strafen. Die Cyberpolizei Irans und die Nachrichtenorganisation der Revolutionsgarden gehen gezielt gegen Sängerinnen vor, um sie zum Schweigen zu bringen. Das Regime hat weder die Kleidungsfreiheit noch das Recht von Frauen auf Gesang jemals offiziell garantiert. Trotz der anhaltenden Unterdrückung setzen viele Sängerinnen im Iran ihre künstlerische Arbeit fort. Die fehlende rechtliche Absicherung und die gezielte Verfolgung durch staatliche Stellen machen ihren Alltag jedoch zu einem ständigen Kampf um künstlerische Freiheit.
