07 June 2026, 12:27

Wohnungsnot in Deutschland: Immer weniger Quadratmeter für dasselbe Geld

1.000 Euro Miete bringen heute deutlich weniger Quadratmeter als 2022

Wohnungsnot in Deutschland: Immer weniger Quadratmeter für dasselbe Geld

Die Wohnungsmarktlage in Deutschland verschärft sich weiter. Steigende Baukosten, Verzögerungen bei Neubauprojekten und hohe Zinsen setzen Mieter und Eigentümer gleichermaßen unter Druck. Besonders in Großstädten wird bezahlbarer Wohnraum zunehmend knapp – mit spürbaren Folgen für die Lebensqualität vieler Haushalte. Seit 2020 hat sich die Situation in 60 der 80 größten deutschen Städte deutlich verschlechtert: Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum ist dort um mindestens 10 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig treiben explodierte Baukosten die Neubauaktivitäten zurück, was die Knappheit weiter verschärft. Für Mieter bedeutet das konkret, dass sie für dasselbe Budget immer weniger Wohnfläche erhalten. So bekam man in Wiesbaden für 1.000 Euro Kaltmiete im März 2022 noch eine durchschnittliche Wohnung von 91 Quadratmetern – bis März 2026 schrumpfte diese Fläche bei gleichem Mietbudget auf nur noch 82 Quadratmeter.

Die Entwicklung betrifft nicht nur die Metropolen selbst. Ein sogenannter Überlaufeffekt führt dazu, dass Nachfrage und Preise auch in benachbarten Gemeinden steigen. Gleichzeitig sorgt ein Nachholeffekt dafür, dass selbst bisher günstigere Regionen teurer werden. In Berlin etwa erhalten Mieter für ihr Geld heute 16 Quadratmeter weniger als 2022, in Hamburg sind es 12 Quadratmeter, in Mainz neun. Vermieter geben zudem höhere Instandhaltungskosten an die Mieter weiter, was die finanzielle Belastung zusätzlich erhöht.

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Die steigenden Zinsen zwingen viele Menschen, länger in Mietwohnungen zu bleiben oder sogar aus Eigentumswohnungen zurück in den Mietmarkt zu wechseln. Doch auch dort wird der Spielraum enger: Für 1.000 Euro Kaltmiete bekommt man in den meisten Großstädten heute deutlich weniger Quadratmeter als noch vor vier Jahren. Angesichts der anhaltenden Bauverzögerungen und weiter steigenden Kosten dürfte sich dieser Trend vorerst fortsetzen. Die Kombination aus hohen Baukosten, Zinsbelastungen und einer wachsenden Nachfrage führt zu einer immer angespannter werdenden Wohnraumsituation. Mieter müssen sich auf weiter sinkende Wohnqualität bei gleichbleibenden oder steigenden Mietkosten einstellen, während der Neubau von Wohnungen durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen ausgebremst wird.

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