03 April 2026, 00:56

Wiesbadens Karnevals-Ente wird zur Gans – wegen Mainzer Markenrecht

Ein Cartoon-Fuchs sitzt auf einem Stuhl vor einer Schar Gänse und hält ein Banner, auf dem steht: "Die Wiederwahl von Reynard oder Fuchs, der Stolz der Gänse", mit einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Wiesbadens Karnevals-Ente wird zur Gans – wegen Mainzer Markenrecht

Ein langjähriger Brauch beim Wiesbadener Karnevalsumzug hat zu einem Rechtsstreit mit dem Nachbarn Mainz geführt. Die Schlussfigur auf dem letzten Wagen, bekannt als Zugen(d)te, musste nach einer Beschwerde wegen ihres markenrechtlich geschützten Namens umbenannt werden – trotz ihrer zwanzigjährigen Tradition bei der Veranstaltung.

Seit etwa 20 Jahren endete der Wiesbadener Karnevalsumzug mit einem enteninspirierten Motivwagen namens Zugen(d)te. Damit griff man eine Mainzer Tradition auf, bei der der Rosenmontagszug ebenfalls mit einer symbolträchtigen Figur schließt. Doch die Wiesbadener Variante – gekleidet in eine Warnweste, mit Besen bewaffnet und mit weißen Federn bedeckt – erinnerte kaum an eine Ente. Kritiker merkten an, sie sehe eher wie eine Gans aus, woraufhin die Veranstalter sie in Gans am End (Gans zum Schluss) umbenannten.

Der Streit eskalierte, als Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, Beschwerde einreichte. Er argumentierte, der Name Zugen(d)te ähnele zu sehr der markenrechtlich geschützten Mainzer Zugente, einer gelb gefiederten Ente. Infolgedessen mussten die Wiesbadener Organisatoren die Beschriftung von ihrem Wagen entfernen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

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Die Mainzer Karnevalstraditionen, wie etwa der Finther Lebensfreude-Umzug, reichen bis ins Jahr 1949 zurück und zeigen oft symbolische Figuren wie Prinzessinnen oder Prinzen. Wiesbadens Karnevalsgeschichte hingegen liefert kaum dokumentierte Belege für abschließende Symbole, auch wenn sich im gesamten deutschen Karneval im 19. und 20. Jahrhundert fürstliche Figuren etablierten.

Die Umbenennung des Wiesbadener Wagens beendet zwar den akuten Rechtskonflikt, doch die Änderung wirft die Frage auf, wie sich lokale Bräuche und Markenschutz vereinbaren lassen. Die Veranstalter müssen nun Erscheinungsbild und Branding des Wagens anpassen. Der Streit zeigt, wie tief verwurzelte Karnevalstraditionen mit modernen rechtlichen Grenzen kollidieren können.

AKTUALISIERUNG

Wiesbaden's 'Goose' Closure: A Legal Compromise?

The trademark dispute between Wiesbaden and Mainz has reached a practical resolution. Wagon builder Mario Kollozeike proposed the name change to Gans am End after noting white feathers distinguish geese from ducks. This makes Wiesbaden the only German carnival parade ending with a goose figure. Key details:

  • 'Das ist doch eine Gans!' Kollozeike's observation led to the new name.
  • White feathers legally differentiate the design from Mainz's yellow Zugente.
  • Wiesbaden now holds a unique position in German carnival traditions.