Wiesbaden senkt CO₂-Emissionen um 19 Prozent – doch Erdgas dominiert noch die Wärmeversorgung
Tim SimonWiesbaden senkt CO₂-Emissionen um 19 Prozent – doch Erdgas dominiert noch die Wärmeversorgung
Wiesbaden hat stetige Fortschritte beim Abbau von Emissionen und der Förderung erneuerbarer Energien erzielt. Zwischen 2019 und 2023 reduzierte die Stadt ihre Treibhausgasemissionen um 19 Prozent – der aktuelle Ausstoß liegt nun bei 2,25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Ein neuer kommunaler Wärmewendeplan, der bis Mitte des Jahres vorliegen soll, zielt darauf ab, den Umstieg von Erdgas in Gebäuden zu beschleunigen.
Seit 1990 hat Wiesbaden die Pro-Kopf-Emissionen um 33 Prozent gesenkt. Allein 2023 verzeichnete die Stadt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 9,4 Prozent. Dennoch werden nahezu zwei Drittel der Wärmeversorgung noch immer mit Erdgas gedeckt, was die Pläne für einen schnelleren Wechsel zu erneuerbaren Energien vorantreibt.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch ist bereits von etwa 20 Prozent im Jahr 2019 auf voraussichtlich 35 Prozent bis 2025 gestiegen. Um diesen Trend zu verstärken, rüstet die Stadt öffentliche Gebäude mit Solaranlagen aus, fördert Wärmepumpen mit Zuschüssen und erweitert Fernwärmenetze. Initiativen wie die Wiesbadener Energieeffizienzstrategie 2030 und die Partnerschaft 100 % Erneuerbare Energie Wiesbaden streben an, den Ökostromanteil bis 2030 auf über 60 Prozent zu steigern.
Die Emissionen im Verkehrssektor sind seit 2019 um 4 Prozent gesunken, machen jedoch einen wachsenden Anteil an den Gesamtemissionen aus. Um gegenzusteuern, baut die Stadt Radwege aus, führt Carsharing-Angebote ein und errichtet weitere Ladestationen. Zudem laufen Projekten zur Fußgängerfreundlichkeit.
Beim Ausbau der Solarenergie gab es deutliche Fortschritte: 2023 wurden mehr als 13 Megawatt neue Kapazität installiert. Der anstehende Wärmewendeplan wird sich auf die schrittweise Abkehr von Erdgas zugunsten sauberer Alternativen in Gebäuden konzentrieren.
Die Emissionen Wiesbadens liegen derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 2019, wobei erneuerbare Energien von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnen. Der kommende Wärmeplan und die laufenden Verkehrsprojekte werden die Klimabemühungen der Stadt im nächsten Jahrzehnt prägen. Die Verantwortlichen wollen die Emissionen weiter senken und gleichzeitig die grüne Energieinfrastruktur ausbauen.






