Wie "Germany's Next Topmodel" vom Catwalk zur Influencer-Schmiede wurde
Marie SchulzWie "Germany's Next Topmodel" vom Catwalk zur Influencer-Schmiede wurde
„Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) hat sich seit seiner Premiere vor fast 21 Staffeln grundlegend gewandelt. Was einst als klassischer Modelwettbewerb begann, hat sich heute zu einer Art Influencer-Akademie entwickelt. Die aktuelle Staffel läuft weiterhin jeden Donnerstag, doch die Ziele der Show gehen längst über den Catwalk hinaus.
Das Format setzt nun darauf, aus den Kandidat:innen medientaugliche Persönlichkeiten und Markenbotschafter zu machen. Partner wie eBay und McDonald’s arbeiten mit der Sendung zusammen – ein Zeichen für die neue Ausrichtung. Zwar bleibt die legendäre „Makeover-Folge“, in der die Models radikale neue Frisuren erhalten, ein fester Bestandteil, doch die Serie thematisiert mittlerweile ein weiter gefasstes Schönheitsideal. In dieser Staffel sind auch Teilnehmer:innen mit Bierbauch, Haarausfall oder Hörbehinderungen dabei – ein Bruch mit der früheren Kritik, unrealistische Maßstäbe zu vermitteln.
Die Show hat seit jeher Frauen, queeren Menschen und trans Personen eine Plattform geboten, um zu reisen, Geld zu verdienen und Karrieren aufzubauen. Viele ehemalige Kandidat:innen wie Stefanie Giesinger, Rebecca Mir oder Lena Gercke haben sich mittlerweile als erfolgreiche Influencerinnen, Unternehmerinnen oder Models etabliert. Moderatorin Heidi Klum, die von der Branche einst als „zu dick“ abgetan wurde, hat maßgeblich dazu beigetragen, diese Chancen zu schaffen.
Das Finale der aktuellen Staffel findet in Hollywood statt, wo zwei Gewinner:innen jeweils 100.000 Euro und ein Cover-Shooting für die Harper’s Bazaar Germany erhalten. Der Wandel vom reinen Modelwettbewerb hin zur Influencer-Kultur markiert ein neues Kapitel für die langjährige Serie.
GNTMs Entwicklung spiegelt größere Veränderungen in Medien und Schönheitsidealen wider. Die Show balanciert heute zwischen ihren modellierenden Wurzeln und einem erweiterten Fokus auf Vielfalt sowie kommerzielle Kooperationen. Für die Kandidat:innen geht es nicht mehr nur um ein Titelblatt – der Preis ist nun der Einstieg in eine Karriere als Influencer.






