14 June 2026, 12:12

Wehrerfassung kehrt zurück: Was junge Männer in Deutschland jetzt wissen müssen

"Unfollow Bundeswehr"

Wehrerfassung kehrt zurück: Was junge Männer in Deutschland jetzt wissen müssen

Deutschland hat die Wehrerfassung für Männer wieder eingeführt, die 2008 oder später geboren wurden. Seit Januar müssen sie einen Fragebogen ausfüllen – andernfalls drohen ihnen mögliche Bußgelder. Der Schritt erfolgt, während die Bundeswehr ihre Truppe an aktiven Soldatinnen und Soldaten ausbaut, um langfristige Personalziele zu erreichen.

Aktuell zählt die Bundeswehr knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit ihr Mindestziel für 2026 erreicht. Doch bis 2035 soll die Zahl auf mindestens 255.000 steigen. Derzeit werden aufgrund von Kapazitätsengpässen jedoch nur Freiwillige für den sogenannten „Eierkornrollgriff“ berücksichtigt.

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Bis Anfang Mai hatten etwa 25 Prozent der Meldepflichtigen den Fragebogen noch nicht ausgefüllt. Das Thema sorgte auf einem Antimilitarismus-Festival der Linken für Aufmerksamkeit, wo die Parteivorsitzende Heidi Reichinnek das Publikum nach freiwilliger Teilnahme fragte. Gleichzeitig rief sie zum Widerstand gegen die Pflichtregistrierung auf.

Der ehemalige Soldat Daniel Lücking, der während seines Einsatzes in Afghanistan in der psychologischen Kriegsführung tätig war, kritisierte die Wehrpflicht scharf. Er bezeichnete sie als überholt und argumentierte, dass selbst kleine Sabotageakte erhebliche Störungen verursachen könnten.

Die Meldepflicht gilt für alle Männer, die ab 2008 geboren wurden. Wer sich nicht daran hält, riskiert Strafen. Unterdessen bleibt die politische Debatte über Sinn und Wirksamkeit der Wehrerfassung umstritten.

Quelle