29 April 2026, 12:14

Warum deutsche Städte über hohe Terrassengebühren für Gastronomen streiten

Ein Restaurant in Berlin mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, das auf eine Straße mit Fußgängern, Gebäuden und städtischen Elementen blickt.

Warum deutsche Städte über hohe Terrassengebühren für Gastronomen streiten

Viele deutsche Städte erheben von Restaurants hohe Gebühren für die Nutzung von Außenflächen – doch nun wird diese Praxis zunehmend infrage gestellt. Ein neuer Bericht zeigt, dass der Verzicht auf diese Terrassengebühren die Haushalte der Kommunen kaum belasten würde. Gleichzeitig zahlen Gastronomen in manchen Städten jährlich über 1.000 Euro allein dafür, Tische und Stühle im Freien aufzustellen.

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In Wernigerode fallen die höchsten Abgaben der Region an: 1.163 Euro für eine Standardterrasse. Dies geht auf eine Regeländerung aus dem Jahr 2023 zurück, durch die sich die Kosten vor allem für Betriebe am zentralen Marktplatz erhöhten. Auch in Städten wie Lutherstadt Wittenberg und Halle (Saale) sind die Gebühren mit 750 bzw. 700 Euro beträchtlich.

Doch nicht alle Kommunen erheben solche Abgaben. Jede fünfte der befragten Städte – darunter Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Lutherstadt Eisleben – verlangt für Außenbestuhlung überhaupt keine Gebühren. Der Bund der Steuerzahler argumentiert, dass ein Wegfall der Abgaben Cafés und Restaurants entlasten und so mehr Leben in die oft leeren Innenstädte bringen würde.

Die Zahlen belegen, dass die Einnahmen aus Terrassengebühren in den meisten kommunalen Haushalten weniger als 0,05 Prozent ausmachen. Angesichts dieses geringen finanziellen Effekts mehren sich die Forderungen nach einer flächendeckenden Reform. Befürworter betonen, dass ein Verzicht auf die Gebühren die lokale Gastronomie stärken würde, ohne die öffentlichen Kassen zu belasten.

Die Debatte um die Terrassengebühren offenbart einen Graben zwischen Städten, die auf diese Einnahmen angewiesen sind, und jenen, die die Abgaben bereits abgeschafft haben. Da manche Gastronomen jährlich über 1.000 Euro zahlen, wächst der Druck auf weitere Kommunen, dem Beispiel von Städten wie Merseburg und Köthen zu folgen. Die Entscheidung könnte prägen, wie das Gastronomieangebot im Freien in der Region in den kommenden Jahren ausgestaltet wird.

Quelle