02 February 2026, 10:25

Warnstreiks lähmen Nahverkehr in Nordostdeutschland – Verdi eskaliert Tarifkonflikt

Ein detaillierter Stadtplan von Wageningen, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit beschrifteten Texten zeigt.

Arbeitgeber: 35-Stunden-Woche nicht bezahlbar - Warnstreiks lähmen Nahverkehr in Nordostdeutschland – Verdi eskaliert Tarifkonflikt

Warnstreiks legen Nahverkehr in Nordostdeutschland lahm

In weiten Teilen Nordostdeutschlands haben Warnstreiks den öffentlichen Nahverkehr massiv beeinträchtigt – rund 80 Prozent der Verbindungen fielen aus. Arbeitgeber in der Region werfen der Bundesführung der Gewerkschaft Verdi vor, den Konflikt bewusst zu verschärfen, obwohl die Tarifverhandlungen eigentlich auf lokaler Ebene geführt werden. Die Streiks erfolgen vor dem Hintergrund festgefahrener Lohnverhandlungen für knapp 100.000 Beschäftigte im Verkehrssektor bundesweit.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen Busse und Straßenbahnen seit Tagen still in den Depots. Rund 2.800 Mitarbeiter im Land sind direkt von dem anhaltenden Tarifstreit betroffen. Carola Freier, Vorsitzende der Kommunalen Arbeitgeberverbände (KAV), kritisierte, dass die Streiks nicht von den lokalen Verhandlungsführern, sondern von der Verdi-Bundeszentrale gesteuert würden.

Kernpunkt: Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich Im Mittelpunkt des Konflikts steht Verdi-Forderung, die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 35 Stunden zu reduzieren – und das bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeber lehnen dies ab und argumentieren, dies entspreche faktisch einer Lohnerhöhung von elf Prozent. Freier betonte, dass die Haushalte der Kommunen eine solche Belastung nicht tragen könnten.

Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 16. Februar in Rostock angesetzt. Die Streiks sind Teil eines bundesweiten Tarifkonflikts, der rund 100.000 Beschäftigte bei 150 Verkehrsunternehmen betrifft.

Die Warnstreiks sorgen für massive Einschränkungen im Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommerns, wo der Großteil der Verbindungen eingestellt wurde. Zwar sollen die Gespräche nächste Woche fortgesetzt werden, doch die Arbeitgeberseite bleibt bei ihrer Haltung zu Arbeitszeiten und Bezahlung. Das Ergebnis der Verhandlungen wird Tausende Beschäftigte in der Region und darüber hinaus direkt betreffen.