VW plant radikale Umstrukturierung: Vier Werke und 100.000 Jobs in Gefahr
Lukas BraunVW plant radikale Umstrukturierung: Vier Werke und 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen erwägt tiefgreifende Veränderungen seiner europäischen Aktivitäten. Wie aus Berichten hervorgeht, könnte der Konzern bis 2030 vier Werke schließen und bis zu 100.000 Arbeitsplätze streichen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass einige Standorte deutlich unter ihrer Kapazitätsgrenze produzieren – mit ungenutzter Fertigungskapazität für bis zu 800.000 Fahrzeuge pro Jahr.
Konzerchef Oliver Blume hat eine umfassende Umstrukturierung der Gruppe vorgeschlagen. Dabei könnte die Kernmarke Volkswagen Pkw sowie die Komponentensparte ausgegliedert werden. Betroffen wären die Standorte Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm.
In Hannover werden derzeit der ID. Buzz und der ID. Buzz Cargo gefertigt. Zwickau und Emden konzentrieren sich auf rein elektrische Modelle, während in Neckarsulm Verbrenner- und Hybridfahrzeuge vom Band laufen. Bereits für 2024 hat das Unternehmen die Schließung von drei deutschen Werken und den Abbau von 30.000 Stellen in Deutschland beschlossen.
Die Gewerkschaften lehnen die Pläne vehement ab. Die IG Metall kündigte an, sich mit allen Mitteln gegen die Vorhaben zur Wehr zu setzen. Parallel dazu hat Volkswagen über 6 Milliarden Dollar in den US-Elektroautohersteller Rivian investiert, um seine Softwarekompetenzen zu stärken. Der Gewinn pro Fahrzeug stieg von 3.593 Dollar im Jahr 2016 auf 5.919 Dollar im Jahr 2024.
Die Produktionskosten in Asien, insbesondere in China, liegen weiterhin unter denen in Europa. Das Unternehmen betont, entschlossene Maßnahmen ergreifen zu müssen, um die deutschen Werke wieder auszulasten. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, ungenutzte Kapazitäten abzubauen und die steigenden Kosten zu senken. Die Standorte Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm könnten von Schließungen oder Umstrukturierungen betroffen sein. Der Plan umfasst zudem erhebliche Stellenstreichungen und eine mögliche Neuordnung der Konzernstruktur.
