Volkswagen drohen bis zu 100.000 Jobverluste – und ein Machtkampf im Aufsichtsrat
Lukas BraunVolkswagen drohen bis zu 100.000 Jobverluste – und ein Machtkampf im Aufsichtsrat
Volkswagen plant massive Stellenstreichungen, von denen bis zu 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sein könnten. Die Ankündigung sorgt für Besorgnis, während sich der Aufsichtsrat des Konzerns darauf vorbereitet, die Vorschläge zu prüfen. Vertreter der Belegschaft wurden in der frühen Phase der Planungen nicht konsultiert.
Die Unternehmensführung erwägt weitreichende Reformen, darunter die Schließung von vier Werken in Deutschland. Diese Maßnahmen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen mit Skepsis der Anleger konfrontiert ist – die Aktie notiert derzeit mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027.
Ein zentrales Hindernis für die geplante Stellenreduzierung ist der Einfluss Niedersachsens, das mit 20,2 Prozent an Volkswagen beteiligt ist. Die rot-grüne Landesregierung kontrolliert den Aufsichtsrat und verfügt über ein Vetorecht bei grundlegenden Entscheidungen. Traditionell hat dieser Block, unterstützt von Arbeitnehmervertretern, hohe Löhne und eine große Belegschaft geschützt und sich gegen größere Entlassungswellen gestemmt.
Am 9. Juli wird der Aufsichtsrat zusammenkommen, um über die vorgeschlagenen Stellenstreichungen und mögliche Reformen zu beraten. Dass die Belegschaft in der Anfangsphase nicht einbezogen wurde, hat bereits für Spannungen im Unternehmen gesorgt.
Sollten die Pläne genehmigt werden, würden sie eine radikale Wende für Volkswagen bedeuten. Die Entscheidung des Aufsichtsrats wird zeigen, ob die Vorhaben vorankommen. Die geringe Bewertung des Konzerns und der interne Widerstand unterstreichen die bevorstehenden Herausforderungen.
