Verurteilter Mörder flieht während Haftausgangs mit Motorrad nach Italien
Clara FrankeVerurteilter Mörder flieht während Haftausgangs mit Motorrad nach Italien
Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., ist während eines begleiteten Ausgangs aus der Justizvollzugsanstalt Celle in Peine geflohen. Der 41-jährige Häftling hatte seine Mutter in Vöhrum besucht, als er sich von seinem Aufseher absetzte und mit seinem Motorrad flüchtete.
Benjamin F. erfüllte die gesetzlichen Voraussetzungen für solche Ausgänge, da er bereits mehr als acht Jahre seiner Haftstrafe verbüßt hatte. Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können selbst verurteilte Mörder unter bestimmten Bedingungen begleitete Ausgänge erhalten. Die Gefängnisbehörde hatte ihn zuvor als nicht flucht- oder rückfallgefährdet eingestuft.
Vor seiner Flucht waren ihm bereits 38 begleitete Ausgänge ohne Zwischenfälle gewährt worden. Die Aufgabe der Begleitpersonen besteht dabei weniger in der Fluchtverhinderung als vielmehr darin, den Häftlingen zu helfen, das Ziel ihres Ausgangs zu erreichen.
Seine Flucht endete rund 24 Stunden später in der Region Venetien in Norditalien. Lokale Behörden nahmen ihn fest, nachdem er in einen Verkehrsunfall verwickelt war.
Die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag zeigte sich angesichts der Umstände der Flucht unverständlich. Benjamin F. befindet sich nach seiner Ergreifung im Ausland wieder in Haft. Der Vorfall wirft Fragen zur Überwachung von Hochrisiko-Häftlingen während solcher Ausgänge auf.






