Verlassene POGO-Gebäude in Tarlac: Von Glücksspiel zu Klassenzimmern und Wohnraum?
Marie SchulzVerlassene POGO-Gebäude in Tarlac: Von Glücksspiel zu Klassenzimmern und Wohnraum?
Die Polizei hat Razzien in Einrichtungen der Philippinischen Offshore-Glücksspielbetreiber (POGO) in Porac und Bamban, Provinz Tarlac, durchgeführt. Die Standorte wurden von ihren chinesischen Besitzern verlassen, die Dutzende Gebäude zurückließen. Nun prüfen die Behörden mögliche neue Nutzungen für die Immobilien.
In Porac stehen auf einem acht Hektar großen Gelände 46 Gebäude, die nur über die 12 Kilometer entfernte Stadt Angeles City erreichbar sind. Die Kommunalverwaltung sollte die Eigentumsrechte an den Bauten übernehmen, nachdem die chinesischen Betreiber das Land verlassen hatten.
Ähnliche verlassene Gebäude gibt es auch in Bamban, Tarlac. Die Nationalen Wohnungsbau-Behörde (NHA) hat bereits Interesse an einer Übernahme signalisiert.
Unterdessen leidet das City College of Angeles unter einem massiven Klassenzimmermangel. Jährlich können Tausende Studierende wegen Platzmangels nicht aufgenommen werden.
Die Razzien erfolgen vor dem Hintergrund steigender politischer Spannungen. Der Senat wird im Juli oder August als Impeachment-Gericht tagen, um gegen Vizepräsidentin Sara Duterte zu verhandeln. Der Kolumnist Tony Lopez wirft mindestens der Hälfte der 24 Senatoren sowie vielen Abgeordneten schwere Korruption vor. Er bezeichnete Senat und Kongress als das „größte kriminelle Syndikat des Landes“. Ironischerweise gehören der Anklagevertretung im Verfahren selbst Abgeordnete an, gegen die ebenfalls Korruptionsvorwürfe erhoben werden.
Die aufgegebenen POGO-Gebäude in Porac und Bamban könnten dringende Bedürfnisse decken. Lokale Behörden und Institutionen erwägen, sie für Bildungszwecke oder Wohnraum umzufunktionieren. Die Razzien und die politischen Entwicklungen erhöhen den Druck, schnell Lösungen zu finden.
