VdK-Präsidentin Bentele fordert radikale Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung
Tim SimonVdK-Präsidentin Bentele fordert radikale Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert umfassende Reformen im gesetzlichen Krankenversicherungssystem. Sie betont, dass strukturelle Veränderungen notwendig seien, um die Kosten und Einnahmen in Einklang zu bringen – ohne dabei Leistungen zu kürzen oder finanziell schwache Bevölkerungsgruppen zusätzlich zu belasten.
Bentele schlägt ein ausgewogeneres Finanzierungsmodell vor. Dazu gehöre die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze sowie die Ausweitung der beitragspflichtigen Einkommensarten. Zudem plädiert sie dafür, dass der Bund stärker gesellschaftliche Aufgaben innerhalb des Systems übernehme.
Gleichzeitig lehnt sie entschieden Maßnahmen ab, die die Kosten auf die Patientinnen und Patienten abwälzen würden. Dazu zählen höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren, die ihrer Meinung nach chronisch Kranke, Ältere und einkommensschwache Menschen unverhältnismäßig belasten würden. Auch Pläne zur Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung weist sie zurück, da dies vor allem Frauen und Familien mit geringem Einkommen übermäßig belasten würde.
Darüber hinaus ruft Bentele die Leistungserbringer zu einer vorübergehenden Ausgabenbremse auf. Sie betont, dass Kürzungen bei den Versicherungsleistungen unter allen Umständen vermieden werden müssten. Ihre Äußerungen fallen kurz vor der Veröffentlichung des Berichts der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag vorgelegt wird und rund 60 Einsparmaßnahmen im Gesundheitswesen aufzeigen soll.
Der VdK erwartet, dass diese Vorschläge die finanzielle Belastung der Beitragszahler verringern, ohne das aktuelle Leistungsniveau zu senken. Benteles Forderungen zielen auf eine gerechtere Finanzierung und den Schutz sozial benachteiligter Gruppen ab. Der anstehende Bericht der Gesundheitsfinanzkommission wird zeigen, inwieweit ihre Bedenken mit den geplanten Reformvorhaben der Regierung übereinstimmen. Eventuelle Änderungen werden Millionen von Menschen betreffen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.






