Koblenz verdoppelt Berufsschulbeiträge – warum die Kosten jetzt explodieren
Clara FrankeKoblenz verdoppelt Berufsschulbeiträge – warum die Kosten jetzt explodieren
Die Stadt Koblenz erhöht die Beiträge für Berufsschüler deutlich an. Ab Januar dieses Jahres steigen die Kosten auf 300 Euro pro Teilzeit-Schüler, und ab 2028 wird eine weitere Erhöhung auf 400 Euro fällig. Hintergrund sind jahrelange Verluste und eine wachsende Finanzlücke im Bildungshaushalt.
Die Anpassung folgt auf jahrelange stagnierende Zahlungen der Nachbarregionen, die trotz steigender Ausgaben nie angepasst wurden. Die realen durchschnittlichen Kosten für einen Berufsschüler liegen in Koblenz bei 406,80 Euro. Bisher zahlten die umliegenden Kreise jedoch nur 190 Euro pro Teilzeit-Schüler. Diese Differenz führt zu einem jährlichen Defizit von über 400.000 Euro, das die Stadt seit Jahren ausgleichen muss.
Seit 2014 summieren sich die Verluste auf mehr als 5 Millionen Euro. Der Rechnungsprüfungsausschuss hat nun eine Aufklärung gefordert, warum notwendige Anpassungen trotz der steigenden Ausgaben so lange verschleppt wurden. Parallel prüft die Verwaltung, ob über eine Berufshaftpflichtversicherung Entschädigungen geltend gemacht werden können.
Die höheren Kreisbeiträge sollen künftig die tatsächlichen Schülerkosten decken und weitere Verluste verhindern. Koblenz plant zudem, die Kosten für Berufsschulen regelmäßig zu überprüfen und die Umlagen entsprechend anzupassen, um eine ähnliche Finanzkrise in Zukunft zu vermeiden. Mit der schrittweisen Erhöhung der Beiträge reagiert Koblenz auf eine langjährige finanzielle Schieflage. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die tatsächlichen Ausgaben für Berufsschüler abzubilden und die Haushaltsbelastung der Stadt zu verringern. Ob die geplanten Anpassungen ausreichen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.






