25 June 2026, 00:13

Vatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag

Deutschland: Vatikan lehnt Anfrage für Laienpredigten ab, löst Widerstand bei Laiengruppen aus

Vatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag

Der Vatikan hat einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, Laien in bestimmten Fällen die Predigt während der Messe zu gestatten. Kardinal Arthur Roche, der Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, erließ die Entscheidung in einem Schreiben vom 17. Juni. Die Ablehnung bestätigt die langjährige Haltung der Kirche dazu, wer die Homilie während der Liturgie halten darf.

Die deutschen Bischöfe hatten beantragt, qualifizierten Laien die Predigt an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen, sofern seelsorgerische Notwendigkeiten dies erfordern. Dieser Vorschlag entstand im Rahmen des „Synodalen Wegs“, eines Reformprozesses deutscher Katholiken, der eine stärkere Einbindung von Laien in das kirchliche Leben fordert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In seiner Antwort verwies Kardinal Roche auf die Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004 sowie auf das Kirchenrecht. Beide Dokumente legen fest, dass die Homilie Priestern oder Diakonen vorbehalten ist. Er argumentierte, dass vorübergehende Herausforderungen wie Priestermangel keine dauerhafte Änderung dieser Regel rechtfertigen. Das Dikasterium betonte, die Homilie sei ein wesentlicher Bestandteil der Wortgottesfeier und müsse mit dem geweihten Amt verbunden bleiben.

Kritik an der Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF) verurteilte die Ablehnung und warf der Kirche vor, Frauen weiterhin von bedeutenden Rollen auszuschließen. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), kündigte an, sich weiterhin gemeinsam mit den deutschen Bischöfen für den Vorschlag einzusetzen. Papst Franziskus hatte zuvor bereits Bedenken gegenüber dem Synodalen Weg geäußert und gewarnt, dass Ideologie die Führung des Heiligen Geistes in kirchlichen Debatten überlagern könnte.

Die vatikanische Ablehnung bestätigt die bestehende Regelung, dass Homilien ausschließlich von Priestern oder Diakonen gehalten werden dürfen. Deutsche katholische Gruppen haben signalisiert, die Entscheidung weiter infrage zu stellen. Vorerst bleibt die aktuelle Praxis damit unverändert.

Quelle