UNRWA-Skandal: Zwölf Mitarbeiter in Verbindung mit Hamas-Angriff vom 7. Oktober
Marie SchulzUNRWA-Skandal: Zwölf Mitarbeiter in Verbindung mit Hamas-Angriff vom 7. Oktober
Eine aktuelle Untersuchung der Vereinten Nationen ergab, dass zwölf Mitarbeiter des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) an dem Angriff auf Israel vom 7. Oktober beteiligt waren. Neun von ihnen wurden später aufgrund des Verdachts auf Beteiligung entlassen. Der Skandal hat Bedenken hinsichtlich möglicher Verbindungen zwischen der Organisation und terroristischen Gruppen geschürt.
Die USA stufen Hamas bereits seit 1997 als terroristische Organisation ein. Die Europäische Union folgte 2003 und nahm die Gruppe in ihre eigene Terrorliste auf. Dennoch deuten Berichte darauf hin, dass über 1.500 UNRWA-Mitarbeiter möglicherweise Verbindungen zum Terrorismus haben könnten.
Im Jahr 2023 setzten 17 Länder, darunter die USA, Deutschland und Frankreich, ihre Finanzhilfen für UNRWA nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus. Die meisten nahmen die Zahlungen später wieder auf. Allein die Europäische Kommission stellt der Organisation jährlich 80 bis 90 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Führung von UNRWA steht in der Kritik, weil sie Ermittlungen gegen eigene Mitarbeiter blockiert haben soll. Die Organisation betont, es gebe keine flächendeckende Unterwanderung durch Extremisten. Unterdessen wies die israelische Beobachtungsstelle HonestReporting auf Fälle hin, in denen Fotografen in der Nähe von Hamas-Angreifern während der Gewalt vom 7. Oktober tätig waren.
Die USA prüfen nun mögliche Sanktionen gegen UNRWA und könnten der Organisation die diplomatische Immunität entziehen. Für europäische Steuerzahler, die die Behörde finanzieren, bleibt bereits ein einziger Mitarbeiter mit Terrorverbindungen inakzeptabel. Die Entlassung von neun Beschäftigten hat das Vertrauen in die Organisation nicht vollständig wiederhergestellt.
