19 February 2026, 08:32

Uli Hoeneß: Vom Gefängnis zurück an die Spitze des FC Bayern München

Eine alte Karte von Detroit, Michigan, die den Standort des nördlichen Indiana-Gefängnisses zeigt.

Wie er Demut im Gefängnis lernte - Uli Hoeneß: Vom Gefängnis zurück an die Spitze des FC Bayern München

Vor zehn Jahren verließ Uli Hoeneß in den frühen Morgenstunden des 29. Februar 2016 das Gefängnis als freier Mann. Seine Entlassung folgte einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung, doch sie markierte den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Heute ist er als Ehrenpräsident des FC Bayern München nach wie vor eine prägende Figur und zieht im Hintergrund die Fäden.

Damals wurde seine Rückkehr mit herzlicher Wärme empfangen. Freunde versammelten sich vor seinem Haus, und eine Blaskapelle spielte schwungvolle bayerische Weisen, um ihn willkommen zu heimsen.

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Die Zeit hinter Gittern hinterließ bei Hoeneß tiefe Spuren. Später beschrieb er, wie er im Gefängnis Demut und ein stärkeres soziales Verantwortungsbewusstsein entwickelte. Selbst der Gefängnisleiter bemerkte seinen ungewöhnlichen Einfluss – Hoeneß war der einzige Häftling, der sowohl unter den Mitgefangenen als auch beim Wachpersonal einen Fanclub hatte.

Seine erste Nacht in Freiheit dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Statt sich auszuruhen, spielte er bis fünf Uhr morgens mit Freunden Schafkopf, das traditionelle bayerische Kartenspiel. Die Feier spiegelte seinen engen Freundeskreis wider, der ihm auch während seiner juristischen Auseinandersetzungen treu zur Seite gestanden hatte.

Familie war für Hoeneß schon immer von zentraler Bedeutung. Mit seiner Frau Susi ist er seit über 50 Jahren zusammen, und er hebt oft ihren scharfen Verstand und ihre Ehrlichkeit in ihren Gesprächen hervor. Die Gesundheit seiner Familie bezeichnet er als seinen größten Segen, doch er gibt zu, dass die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, ihn zersetzen würde.

Seit seiner Entlassung hat Hoeneß den Kontakt zu ehemaligen Mithäftlingen gemieden – auf Rat, Abstand zu halten. Stattdessen widmete er sich wieder dem Fußball, wo seine Meinungen zu Kaderplanung und Training noch immer Gewicht haben. Doch während seine Einschätzungen weiterhin einflussreich sind, wurden jüngste Bewertungen der Mannschaftstiefe beim FC Bayern kritisiert, da sie nicht immer der Realität entsprachen.

Ein Jahrzehnt nach seiner Freilassung ist Hoeneß' Vermächtnis beim FC Bayern ungebrochen. Er berät den Verein weiterhin in wichtigen Fragen, auch wenn seine Stimme heute mit neuen Akteuren teilen muss. Sein Weg – vom Gefängnis in den Vorstand – bleibt eine Geschichte von Widerstandskraft, familiärer Verbundenheit und einer unerschütterlichen Leidenschaft für den Fußball. Die Blaskapelle, die in jener Februarnacht für ihn spielte, war erst der Auftakt zu einem zweiten Akt, der bis heute andauert.