Thüringen 2024: Arbeitsstunden sinken – doch die Produktivität bleibt stabil
Tim SimonWie viel Menschen in Thüringen arbeiten - Thüringen 2024: Arbeitsstunden sinken – doch die Produktivität bleibt stabil
Thüringen verzeichnet 2024 Rückgang bei der Gesamtzahl der Arbeitsstunden
In Thüringen ging die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Jahr 2024 zurück – die Beschäftigten arbeiteten weniger als im Vorjahr. Das Gesamtvolumen der gearbeiteten Stunden sank um 1,7 Prozent auf 1,38 Milliarden. Trotz dieses Rückgangs fiel die Produktivität jedoch nicht im gleichen Maße, wie aktuelle Zahlen zeigen.
In fast allen Landkreisen Thüringens wurden im Vergleich zu 2023 weniger Stunden gearbeitet. Den stärksten Rückgang verzeichnete der Landkreis Sonneberg mit einem Minus von 3,8 Prozent. Eine Ausnahme bildete lediglich der Kyffhäuserkreis, wo die Arbeitszeit leicht um 0,3 Prozent stieg – angetrieben durch Wachstum im Bausektor.
Im Durchschnitt arbeiteten die Beschäftigten in Thüringen 2024 pro Kopf 1.360 Stunden – zwölf Stunden weniger als im Vorjahr. Bauarbeiter verzeichneten mit 1.525 Stunden pro Person die höchste Arbeitszeit, während Beschäftigte im Handel, Verkehr und verwandten Branchen mit durchschnittlich 1.312 Stunden am wenigsten arbeiteten. In Gotha wurden mit 1.381 Stunden pro Beschäftigtem die meisten Stunden geleistet, in Weimar mit 1.330 Stunden die wenigsten.
Auch die Teilzeitarbeit nahm weiter zu: Bis März 2024 arbeiteten fast 30 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in reduzierter Stundenzahl – ein Anstieg gegenüber 25,5 Prozent im Jahr 2016. Obwohl die Gesamtarbeitszeit sank, ging das inflationsbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 1,3 Prozent zurück, was darauf hindeutet, dass die Produktivität trotz der verringerten Arbeitszeit relativ stabil blieb.
Der Rückgang der Arbeitsstunden in Thüringen führte nicht zu einem proportionalen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Während die meisten Landkreise weniger Stunden verzeichneten, sorgte die Bautätigkeit im Kyffhäuserkreis für einen leichten Aufschwung. Der Trend zur Teilzeitarbeit hält an und spiegelt einen Wandel der Arbeitsmuster im Land wider.






