Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für den Wiederaufbau
Tim SimonSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für den Wiederaufbau
Syriens Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch unterstreicht die Bemühungen, das schwer geprüfte Gesundheitssystem Syriens nach Jahren des Konflikts wieder aufzubauen. Viele Krankenhäuser wurden zerstört, und qualifiziertes medizinisches Personal ist im ganzen Land Mangelware.
Al-Ali übernahm im März 2025 das Amt des syrischen Gesundheitsministers und bringt eigene praktische Erfahrungen mit: Fünf Jahre lang spezialisierte er sich am Solinger Klinikum auf Neurochirurgie. Seine Verbindung zu dieser Einrichtung prägt nun seinen Ansatz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in seiner Heimat.
Während des Besuchs ging es vor allem um die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den syrischen Gesundheitsbehörden und dem Solinger Krankenhaus. Ein Vorschlag sieht ein Austauschprogramm für junge Fachkräfte vor, das es ihnen ermöglichen soll, in Deutschland ausgebildet zu werden, bevor sie nach Syrien zurückkehren. Der Minister gab zudem grünes Licht für kurzfristige Einsätze syrischer Ärzte im Ausland, um das Know-how in den heimischen Kliniken zu stärken.
Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen ist dringend: Über 6,8 Millionen Syrer haben das Land verlassen, darunter viele Ärzte und Pflegekräfte. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner im Ausland 10.800 Operationen durch – Fähigkeiten, die innerhalb Syriens dringend gebraucht werden.
Der Besuch in Solingen markiert einen Schritt auf dem Weg zum Wiederaufbau der syrischen Gesundheitsinfrastruktur. Während die Krankenhäuser noch unter den Kriegsschäden leiden und ein massiver Fachkräftemangel herrscht, könnten Partnerschaften wie diese dazu beitragen, lebenswichtige Dienstleistungen wiederherzustellen. Die syrischen Behörden hoffen, dass solche Kooperationen dringend benötigtes Know-how zurück ins Land bringen.






