"Südpfeil" am Berliner Stadtschloss entfacht Debatte über koloniale Schuld und Kunstfreiheit
Tim Simon"Südpfeil" am Berliner Stadtschloss entfacht Debatte über koloniale Schuld und Kunstfreiheit
Seit Mitte April ziert ein neues Kunstwerk mit dem Titel Südpfeil die Ostfassade des Berliner Stadtschlosses. Die Installation des Künstlers Jürgen Mayer H. soll die Spannungen zwischen den industrialisierten Nationen und den ehemaligen Kolonien des Globalen Südens thematisieren. Sie steht als Symbol für historische Ungerechtigkeiten und die anhaltende globale Ungleichheit.
Das Projekt wurde von der Bundesregierung mit insgesamt 185.000 Euro gefördert. Davon entfielen 120.000 Euro auf die Umsetzung, 40.000 Euro auf die Kosten des Wettbewerbs und 25.000 Euro waren für Preisgelder vorgesehen. Die Ausschreibung verlangte, dass das Kunstwerk dazu beitragen solle, den Bereich um den Lustgarten und die Straße Unter den Linden als demokratischen, vielfältigen und offenen Ort zu markieren.
Der Auftraggeber erhoffte sich, dass das Werk die städtischen Gemeinschaften ermutigen würde, sich den Ort wieder anzueignen. Die Installation folgt linkspostkolonialen Deutungsmustern und zielt darauf ab, eine wahrgenommene Wunde im kulturellen Establishment zu bearbeiten, die durch den Wiederaufbau des Schlosses entstanden ist.
Der AfD-Abgeordnete Matthias Helferich kritisierte die staatliche Finanzierung des Projekts. Er argumentierte, das Kunstwerk belaste das Schloss mit dem, was er als „Mythos der weißen Schuld“ bezeichnete. Der Pfeil ist nun fester Bestandteil der Schlossfassade. Seine Präsenz spiegelt die Debatten über historische Verantwortung und die Rolle öffentlicher Kunst bei der Auseinandersetzung mit globalen Ungerechtigkeiten wider. Die Förderung und ihr Zweck haben in Berlin eine politische Diskussion ausgelöst.






