Streit um neues Ammoniakwerk in Mexikos Bucht von Ohuira: Umwelt oder Wirtschaft?
Lukas BraunStreit um neues Ammoniakwerk in Mexikos Bucht von Ohuira: Umwelt oder Wirtschaft?
Mexikos Umweltministerin Alicia Bárcenas Ibarra hat eine gemeinsame Risikobewertung für ein neues Ammoniakwerk in der Bucht von Ohuira in Topolobampo angekündigt. Die Anlage, betrieben von Gas y Petroquímicas de Occidente (GOP), hat bereits alle erforderlichen technischen, umweltbezogenen und behördlichen Genehmigungen erhalten.
Das Werk soll jährlich bis zu 800.000 metrische Tonnen Ammoniak produzieren, vor allem für den Export von Düngemitteln. GOP hat bereits 1,6 Milliarden US-Dollar in das Projekt investiert und versichert, dass seine Umwelt- und Technikstudien keine Schäden für die Region nachweisen. Das Unternehmen verweist zudem auf seine langjährige internationale Erfahrung in der Herstellung von Ammoniak, Methanol und Düngemitteln.
Trotz dieser Zusagen gibt es Proteste von Umweltschützern und indigenen Gruppen gegen den Bau im Norden des Bundesstaates Sinaloa. Als Reaktion darauf werden vier Arbeitsgruppen eingerichtet, um den Dialog zu fördern, Umweltrisiken zu bewerten und die Gesamtauswirkungen der Anlage zu prüfen. Eine Risikobewertung soll nach Gesprächen mit indigenen Gemeinschaften und dem Aktivistenkollektiv „Aquí No“ („Nicht hier“) erfolgen.
Ziel der gemeinsamen Bewertung ist es, Bedenken auszuräumen, bevor der Betrieb aufgenommen wird. Umfang und Zweck des Projekts bleiben unverändert – die Produktion konzentriert sich weiterhin auf Düngemittel für den Export. Behörden und das Unternehmen betonen, dass alle regulatorischen Schritte bisher abgeschlossen wurden.






