Streit um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss: Parteien lehnen Reform ab
Marie SchulzStreit um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss: Parteien lehnen Reform ab
Ein Vorschlag, die Vorauszahlungen für Unterhaltsvorschüsse zu kürzen, hat in mehreren Parteien scharfen Widerstand ausgelöst. Kommunale Spitzenverbände hatten die Reduzierungen ins Spiel gebracht, doch Kritiker warnen, dass die Maßnahme benachteiligte Familien hart treffen würde. Das System sichert Kindern den Lebensunterhalt, wenn ein Elternteil seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.
Die Debatte entzündet sich an einer Reform aus dem Jahr 2017, die den Anspruch auf Unterhaltsvorschuss deutlich ausweitete. Vor der Änderung lag die Altersgrenze für berechtigte Kinder bei zwölf Jahren, seitdem gilt sie bis zum 18. Lebensjahr. Gleichzeitig strich die Reform die bisherige sechjährige Höchstbezugsdauer der Leistungen.
Aus allen Fraktionen des Bundestags kommt Kritik. Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, bezeichnete das System als "unverzichtbares Auffangnetz". Sie betonte, dass es keine Kürzungen bei Zahlungen geben dürfe, die Kinder absichern, wenn Eltern ihre Verpflichtungen nicht erfüllen.
Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion, nannte den Vorstoß "eine absolute Schande". Sie argumentierte, dass kurzfristige Einsparungen langfristig weit höhere Kosten verursachen würden. Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, pflichtete ihr bei und warnte, dass verweigerte Hilfe heute die Chancen der nächsten Generation verschwendet.
Sogar Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, lehnte die Kürzungen ab. Er forderte, Einsparungen an anderer Stelle zu suchen – nicht auf dem Rücken alleinerziehender Familien. Unterdessen berichten kommunale Vertreter, dass sich die Kosten für den Unterhaltsvorschuss seit der Reform 2017 vervierfacht hätten.
Der Kürzungsvorschlag stößt im Parlament auf breite Ablehnung. Politiker von SPD, Linken, Grünen und AfD lehnen die Pläne ab. Ohne Änderungen bleibt das aktuelle System bestehen und garantiert weiterhin finanzielle Unterstützung für Kinder, wenn ein Elternteil nicht zahlt.






