09 May 2026, 00:36

Starmer plant Brexit-Neustart mit EU-Jugendprogramm und neuen Handelsregeln

A framed antique map of Europe with the British Empire's extent in the background, labeled "Map of Europe showing its political divisions."

Starmer plant Brexit-Neustart mit EU-Jugendprogramm und neuen Handelsregeln

Der britische Labour-Vorsitzende Keir Starmer plant ein weiteres Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, um ein neues Programm zur Jugendmobilität zu besprechen. Damit unterstreicht er seine Absicht, die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union grundlegend neu auszurichten – ohne jedoch eine Rückkehr in den Binnenmarkt oder die Zollunion anzustreben.

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Die Pläne stoßen sowohl auf innerparteiliche Warnungen als auch auf klare Signale aus der EU, dass ein möglicher britischer Wiedereintritt mit strengeren Auflagen verbunden wäre. Starmer setzt bei seinem sogenannten Brexit-Neustart auf konkrete Maßnahmen wie das Jugendmobilitätsprogramm und wirtschaftliche Angleichungen. Gleichzeitig bereitet seine Regierung zwei neue Gesetze vor: Eines soll britischen Unternehmen den Zugang zum EU-Binnenmarkt erleichtern, ein weiteres die Angleichung an ausgewählte EU-Vorschriften in Schlüsselbranchen vereinfachen. Experten schätzen, dass Großbritannien dafür jährlich bis zu eine Milliarde Pfund an Brüssel zahlen könnte, um bessere Handelsbedingungen zu sichern.

Innerhalb der Labour-Partei gibt es jedoch Skepsis. Der ehemalige Schattenkanzler Ed Balls warnte Starmer davor, den Eindruck zu erwecken, den Brexit rückgängig machen zu wollen. Offiziell bleibt die Partei bei ihrer Linie: Eine Rückkehr zur Freizügigkeit oder zu den früheren EU-Strukturen ist ausgeschlossen. Auch aus der EU kommen klare Signale: Polens Außenminister Radosław Sikorski betonte, ein künftiger britischer Antrag auf Wiedereintritt würde mit härteren Bedingungen verbunden sein als 2016.

Überraschend positioniert sich auch der frühere Premierminister Boris Johnson in der Debatte. In einer bevorstehenden Rede will er für engere Bindungen an die EU werben – ein bemerkenswerter Kurswechsel des Brexit-Hardliners. Starmers Strategie zielt darauf ab, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Brexit durch gezielte Kooperationen abzumildern, ohne die politische Grundentscheidung infrage zu stellen. Ob die geplanten Maßnahmen – von der Jugendmobilität bis zu den Handelserleichterungen – ausreichen, um die Beziehungen zu Brüssel nachhaltig zu verbessern, bleibt abzuwarten.

Die Reaktionen aus der EU und der eigenen Partei zeigen, dass jeder Schritt in Richtung Annäherung mit klaren Grenzen und Erwartungen verbunden sein wird.

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