Selenskyj lehnt Merz' EU-Kompromiss ab: Ukraine will volle Gleichberechtigung
Marie SchulzSelenskyj lehnt Merz' EU-Kompromiss ab: Ukraine will volle Gleichberechtigung
Die Diskussion um einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine hat neue Brisanz erhalten. Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt einen deutschen Kompromissvorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf ab und fordert volle Gleichberechtigung für sein Land.
Die ablehnende Haltung Selenskyjs lässt die Debatte über die zukünftige Rolle der Ukraine in der Europäischen Union weiterhin ungelöst. Der Streit begann, als Merz einen Plan vorlegte, der der Ukraine zwar die Teilnahme an EU-Gipfeln und Zugang zu Institutionen ermöglichen würde – allerdings ohne Stimmrecht bis zur vollständigen Mitgliedschaft. Der Vorschlag sollte als Übergangslösung dienen, stieß jedoch auf vehemente Kritik aus Kiew.
Selenskyj reagierte mit klarer Ablehnung auf diese Teil-Lösung. In einer öffentlichen Stellungnahme betonte er, die Ukraine verteidige Europa mit vollem Einsatz – 'nicht zur Hälfte' – und verdiene daher 'einen fairen Ansatz und gleiche Rechte innerhalb Europas'. Der Präsident bezeichnete Merz' Idee als 'ungerecht' und machte deutlich, dass sein Land keinen Status zweiter Klasse akzeptieren werde.
Der ukrainische Staatschef argumentierte, sein Land leiste bereits einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit des Kontinents. Daher sei eine volle Integration in die EU ohne Einschränkungen notwendig. Mit der deutlichen Zurückweisung des deutschen Vorschlags bleibt die Frage eines EU-Beitritts der Ukraine vorerst ungeklärt. Selenskyjs Forderung nach voller Gleichberechtigung unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Kiew und einigen EU-Mitgliedstaaten über die zukünftige Ausgestaltung der Partnerschaft. Die Diskussion wird voraussichtlich weiter an Intensität gewinnen, da beide Seiten an ihren Positionen festhalten.






