Schweizer Stimmbürger stoppen Kürzung der SRG-Gebühr – Debatte geht weiter
Tim SimonSchweizer Stimmbürger stoppen Kürzung der SRG-Gebühr – Debatte geht weiter
Schweizer Stimmbürger lehnen Senkung der Mediengebühr für SRG ab
Die Schweizer Wähler haben einen Vorschlag abgelehnt, die Rundfunkgebühr für den öffentlich-rechtlichen Sender SRG zu halbieren. Das Referendumsergebnis hat eine neue Debatte über die künftige Finanzierung und Rolle des Senders ausgelöst. Kritiker und Befürworter bereiten sich nun auf eine hitzige Diskussion im Parlament vor.
Die Initiative zur Kürzung der Gebühr scheiterte an der Ablehnung der Wähler – ein Rückschlag für ihre Unterstützer. Der SP-Medienpolitiker Jon Pult behauptete, das Ergebnis zeige die öffentliche Ablehnung der Pläne von Bundesrat Albert Rösti für eine neue SRG-Gebührenregelung. Rösti hat die Verhandlungen darüber inzwischen bis 2029 verschoben.
Besonders umstritten dürften künftig die Online-Aktivitäten der SRG werden. Einige Parlamentarier werfen dem Sender vor, in einem ohnehin gesättigten Medienmarkt seine Kompetenzen zu überschreiten. Gleichzeitig kündigten Politiker wie Urs Furrer, Thomas Matter und Gregor Rutz weitere Angriffe auf die Arbeitsweise des Senders an.
Gregor Rutz bestand darauf, die SRG solle zu ihrem Kerauftrag zurückkehren: Bildung, Information und Kultur. Thomas Matter kritisierte, was er als "überflüssige Unterhaltungsinhalte" bezeichnete, und forderte eine grundsätzliche Debatte über den öffentlichen Rundfunk. Urs Furrer schlug vor, der Sender solle sich aus Bereichen zurückziehen, in denen private Anbieter bereits aktiv seien.
Die endgültige Entscheidung über die Gebührenregelung liegt beim Bundesrat. Angesichts der klaren Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern dürften die anstehenden Parlamentsdebatten jedoch äußerst kontrovers werden.
Mit der Ablehnung der Vorlage ist der Streit um Finanzierung und Ausrichtung der SRG keineswegs beigelegt. Nun steht dem Parlament eine intensive Auseinandersetzung über den Auftrag und das Finanzmodell des Senders bevor. Das Ergebnis wird die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien in der Schweiz auf Jahre hinaus prägen.






