Schweizer Kulturschaffende am Abgrund: Warum die Branche jetzt um ihr Überleben kämpft
Tim SimonSchweizer Kulturschaffende am Abgrund: Warum die Branche jetzt um ihr Überleben kämpft
Schweizer Kulturschaffende stehen unter massivem Druck, warnt Suisseculture. Die Organisation alarmiert, dass politische Debatten über Haushaltskürzungen, internationale Abkommen und Medienförderung die Branche an den Rand des Kollapses treiben. Estelle Revaz, Präsidentin von Suisseculture und Cellistin, vergleicht die Belastbarkeit der Künstlerinnen und Künstler mit einem überdehnten Gummi, das kurz vor dem Reißen steht.
Die Organisation hat dringende Forderungen vorgelegt, um die Schweizer Kulturarbeiter zu schützen. Gerechte Bezahlung, soziale Absicherung und bessere Sichtbarkeit – sowohl im Inland als auch international – stehen dabei an erster Stelle. Zudem pocht Suisseculture auf finanzielle Absicherung bei Krankheit oder Unfall.
Gleichzeitig fordert die Organisation stärkere Verbindungen zu Europa. Schweizer Kulturschaffende sollen in das EU-Programm Kreatives Europa einbezogen werden, um grenzüberschreitende Chancen zu erhalten. Revaz, die als Nationalrätin der SP Genf auch politisch aktiv ist, betont: Ohne rasches Handeln drohe der professionelle Kulturbetrieb in der Schweiz zusammenzubrechen.
Die Warnungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Aktuell verhandeln Politiker über das Milliardensparpaket des Bundes, die Zukunft der Bilateralen Abkommen III sowie einen Vorschlag, die Mittel für den öffentlich-rechtlichen Rundfunksender SRG zu halbieren. Suisseculture warnt, dass diese Pläne die Stabilität eines ohnehin fragilen Sektors weiter gefährden.
Die Forderungen spiegeln tiefe Sorgen um die Zukunft der Schweizer Kultur wider. Ohne faire Löhne, sozialen Schutz und europäische Anbindung droht der Branche der Verlust ihrer professionellen Basis. Die Organisation besteht auf sofortige Maßnahmen, um bleibende Schäden abzuwenden.






