11 April 2026, 00:39

Schweizer Energieminister Rösti will Atomausstieg neu überdenken

Liniengraph, der die nuclear-generated electric energy von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Schweizer Energieminister Rösti will Atomausstieg neu überdenken

Schweizer Energieminister Albert Rösti signalisiert Kurswechsel in der Atomkraftpolitik

Der Schweizer Energieminister Albert Rösti hat eine Kehrtwende in der Haltung des Landes zur Kernenergie angedeutet. Auf einem internationalen Energiekongress in Paris argumentierte er, die Schweiz solle ihre Ausstiegspläne überdenken. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Europa eine wachsende Bewegung zur Renaissance der Atomkraft erlebt.

Der Ständerat lehnte kürzlich ein Verbot neuer Kernkraftwerke ab, doch die Entscheidung des Nationalrats steht noch aus. Auf dem Pariser Kongress betonte Rösti, dass die Atomenergie in Europa wieder an Zuspruch gewinne. Er ist überzeugt, die Schweiz solle sich diese Option offenhalten, um im europäischen Energiemarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Seine Position markiert damit eine Abkehr vom Beschluss von 2017, die Kernenergie schrittweise abzuschaffen.

Rösti ging auch auf Bedenken zur Energiesicherheit ein und verwies auf den anhaltenden Iran-Konflikt. Zwar sei die Schweiz bisher nicht direkt betroffen, doch die Behörden beobachteten die Entwicklungen genau. Seit dem Winter 2022/23 existiert ein Krisenmanagement-System, um mögliche Versorgungsengpässe zu bewältigen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Minister wies Vorwürfe zurück, die Diskussion über Atomkraft untergrabe Investitionen in erneuerbare Energien. Stattdessen argumentierte er, beide könnten nebeneinander bestehen. Derzeit liegt der Fokus der Schweiz darauf, die Laufzeit bestehender Meiler wie Leibstadt und Gösgen zu verlängern.

Die Debatte über die Kernenergie in der Schweiz ist noch lange nicht entschieden. Der Nationalrat wird bald darüber abstimmen, ob neue Kraftwerke blockiert werden sollen – das Ergebnis dürfte knapp ausfallen. Röstis Äußerungen deuten darauf hin, dass die Regierung bereit sein könnte, ihre langfristige Energiestrategie neu zu bewerten.

Lesen Sie auch:

Quelle