Schulreform scheitert an Bürokratie – trotz 80 Prozent Streichungen

Clara Franke
Clara Franke
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Ein Klassenzimmer mit Kindern an Tischen mit verschiedenen Gegenständen, einem Lehrer in der Mitte und einer Tafel im Hintergrund.Clara Franke

Schulreform scheitert an Bürokratie – trotz 80 Prozent Streichungen

Große Schulreform bringt weniger Entlastung als erhofft

Zu Beginn dieses Schuljahres startete eine umfassende Überarbeitung der Schulvorschriften: 80 Prozent der Ministeriumsrichtlinien wurden abgeschafft. Ziel war es, Bürokratie abzubauen und Abläufe zu vereinfachen. Doch viele Schulen berichten, dass sich ihr täglicher Arbeitsaufwand kaum verringert hat.

Zu Schuljahresbeginn strichen die Verantwortlichen den Großteil der bestehenden Rundschreiben und Verordnungen. Die Entscheidung folgte auf Klagen über übermäßigen Papierkram und veraltete Regelungen. Doch bald zeigten sich Lücken bei grundlegenden Handlungsanweisungen.

Einige Schulen stellten fest, dass sie bestimmte Vorgaben für den reibungslosen Betrieb weiterhin benötigten. Nach Gesprächen wurden einzelne Richtlinien – darunter die Aufsichtsverordnung zur Fürsorgepflicht von Lehrkräften – wieder eingeführt. Diese Kehrtwende verdeutlichte die Schwierigkeit, Vereinfachung mit praktischen Erfordernissen in Einklang zu bringen.

Die Regierung hatte zudem 1.300 zusätzliche Deutschförderlehrkräfte zugesagt, um die Nachhilfeangebote zu stärken. Doch Gewerkschaftsvertreter bemängeln, dass nur wenige dieser Stellen tatsächlich geschaffen wurden. Schulen stehen nun vor einem weiteren Hindernis: Wer eigene Sprachförderprogramme entwickeln möchte, muss dem Ministerium ein detailliertes Konzept vorlegen. Kritiker sehen darin eine zusätzliche bürokratische Hürde.

Viele Einrichtungen entscheiden sich daher, weiterhin separate Förderkurse anzubieten, statt maßgeschneiderte Programme zu entwerfen. Der Mehraufwand für individuelle Lösungen schreckt die meisten ab.

Die Bilanz der Reform fällt zwiespältig aus: Zwar wurden 80 Prozent der Richtlinien gestrichen, doch der Verwaltungsaufwand bleibt für die Schulen hoch. Die versprochenen Personalerhöhungen blieben weitgehend aus, und die Wiedereinführung einzelner Regeln zeigt, wie schwer es ist, Bürokratie abzubauen, ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen.

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