Schneechos in Niedersachsen: Wie Schulen zwischen Präsenz und Digitalunterricht lavieren
Clara FrankeKeine Schule wegen Eis - Was Schulleitungen sagen - Schneechos in Niedersachsen: Wie Schulen zwischen Präsenz und Digitalunterricht lavieren
Schwerer Schnee und Eis zwingen in Niedersachsen seit Wochen immer wieder zur Schließung von Schulen. Während ein Teil des Unterrichts online stattfindet, haben die Behörden keine generelle Pflicht für Distanzlernen eingeführt. Die Situation erinnert an die Pandemie, als langfristige Schulschließungen zu spürbaren Wissenslücken bei den Schülerinnen und Schülern führten.
In Niedersachsen entscheiden die Landkreise und kreisfreien Städte über Unterrichtsausfälle – anders als während der Corona-Krise gibt es jedoch keine flächendeckende Verpflichtung, auf digitalen Unterricht umzustellen. Stattdessen können die Schulen selbst wählen, ob sie den Unterricht komplett pausieren oder den Schülerinnen und Schülern Aufgaben für zu Hause stellen.
Für jüngere Kinder lässt sich ein regulärer Stundenplan nur schwer in Distanzlernen umsetzen. Lehrkräfte können Arbeitsblätter per E-Mail an die Eltern schicken, sodass Grundschulkinder die Übungen selbstständig bearbeiten können. Ältere Schülerinnen und Schüler folgen dagegen oft einem strukturierteren digitalen Tagesablauf.
Die Pandemie hat den Digitalisierungsschub im Bildungsbereich beschleunigt. Landesprogramme wie "Niedersachsen bewegt sich digital" haben seitdem Schulen mit Tablets, interaktiven Whiteboards und schnellem Internet ausgestattet – die vollständige Umsetzung ist bis 2025 geplant. Plattformen wie Moodle, Microsoft Teams und scoodle ermöglichen inzwischen virtuellen Unterricht, während Apps wie ClassDojo und Kahoot interaktive Aufgaben unterstützen.
Seit 2020 haben Lehrkräfte ihre Methoden für das Distanzlernen verfeinert. Die Strategien variieren je nach Altersgruppe und verfügbarer Technik, um den Lehrbetrieb auch bei geschlossenen Schulgebäuden aufrechtzuerhalten. Matthias Aschern, Vorsitzender des Niedersächsischen Schulleiterverbandes, versicherte Eltern, dass keine Schülerin und kein Schüler wegen der winterbedingten Ausfälle ihre Abschlüsse gefährdet sehe.
Die aktuellen Schulschließungen zeigen, wie Schulen heute Flexibilität und Lernerfolg in Einklang bringen. Die in der Pandemie eingeführten digitalen Tools machen Distanzunterricht zwar praktikabler, doch nicht alle Schülerinnen und Schüler folgen einem vollständigen Online-Stundenplan. Die Behörden betonen, dass ausgefallene Tage keine Auswirkungen auf die Abschlüsse hätten – die langfristigen Folgen für den Lernerfolg bleiben jedoch weiter im Blick.