Sanierung der St.-Michaelis-Kirche: Fledermäuse bleiben in Neidhartshausen geschützt
Clara FrankeSanierung der St.-Michaelis-Kirche: Fledermäuse bleiben in Neidhartshausen geschützt
Evangelische St.-Michaelis-Kirche in Neidhartshausen: Großes Sanierungsprojekt startet – Fledermauskolonie bleibt geschützt
Die Evangelische St.-Michaelis-Kirche in Neidhartshausen steht vor einer umfassenden Sanierung. Dabei sollen nicht nur das historische Dach instand gesetzt, sondern auch rund 1.000 Große Mausohren geschützt werden, die jedes Jahr in der Kirche ihr Quartier beziehen. Mit einer Auftaktveranstaltung am 20. Mai wurde der offizielle Startschuss für das Vorhaben gegeben.
Die 1722 erbaute Kirche ist nicht nur ein geistliches Zentrum des Dorfes, sondern auch ein wichtiger Rückzugsort für die Fledermäuse. Im Laufe der Zeit haben die Tiere jedoch die Dachkonstruktion und die hölzernen Stützen beschädigt, sodass die Renovierung dringend notwendig wurde. Um die Fledermauskolonie nicht zu stören, finden die Bauarbeiten zwischen dem 1. Oktober 2026 und dem 15. März 2027 statt – in einer Phase, in der die Tiere abwesend sind.
Der Landesverband Thüringer Rhön des Landschaftspflegeverbandes sicherte die Finanzierung über das Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL). Die Förderung unterstützt Projekte, die Denkmalschutz mit Naturschutz verbinden. Für die Sanierung der Kirche stehen rund 343.000 Euro zur Verfügung.
Neben den Bauarbeiten sind geführte Fledermausbeobachtungen sowie ein weiteres Fledermausfest geplant. Diese Veranstaltungen sollen das Bewusstsein für die bedrohende Art schärfen und gleichzeitig die Bedeutung der Kirche für die Gemeinschaft feiern.
Das Projekt vereint den Erhalt des historischen Gebäudes mit dem Schutz der Fledermauspopulation. Die Arbeiten sind so terminiert, dass die Brutzeit der Tiere nicht gestört wird und ihre Kinderstube unberührt bleibt. Nach Abschluss der Sanierung werden sowohl das Bauwerk als auch seine Funktion als Tierrefugium langfristig gesichert sein.






