Sachsen-Anhalts Autozulieferer kämpfen um ihre Zukunft im Wandel der Branche
Marie SchulzAutomotive Suppliers Hope for Impetus After a Challenging Year - Sachsen-Anhalts Autozulieferer kämpfen um ihre Zukunft im Wandel der Branche
Sachsen-Anhalts Autoindustrie steht vor tiefgreifenden Umbrüchen
Die deutsche Automobilbranche sieht sich massiven Veränderungen gegenüber, da die Nachfrage nach herkömmlichen Verbrennungsmotoren sinkt. Bis 2035 könnten bundesweit bis zu 190.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt. In Sachsen-Anhalt kämpfen insbesondere Zulieferer um ihre Zukunft – manche Betriebe stecken bereits in finanziellen Schwierigkeiten.
Der Wandel weg vom Verbrennungsmotor trifft die regionalen Zulieferer hart. Die Produktionszahlen in Sachsen-Anhalt liegen weiterhin unter denen von 2019, und der Aufschwung bei der Elektroauto-Herstellung gleicht die Verluste nicht aus. Unternehmen wie Bohai Trimet in Harzgerode oder Boryszew in Gardelegen stecken in schweren wirtschaftlichen Turbulenzen, Hunderte Beschäftigte sind betroffen.
Das Wirtschaftsministerium des Landes warnt, dass sich Zulieferer, die auf Verbrenner-Antriebe spezialisiert sind, dringend neue Geschäftsbereiche erschließen müssen. Marco Langhof, Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt, plädiert für einen Fokus auf Batterietechnik, Steuerungssysteme und Sensoren. Jens Lücke, Vorsitzender des Automobilnetzwerks Sachsen-Anhalt (Sahreg), sieht zudem Chancen in der Rüstungsindustrie, im Bergbau und im Schiffbau als mögliche Alternativen. Nicht alle Nachrichten sind düster: Einige Betriebe passen sich an. So wurde die IFA Group in Haldensleben im Dezember 2025 an einen US-Konzern verkauft – ohne dass es zu Produktionsstillständen kam. Dennoch steigen die Insolvenzzahlen: Prognosen zufolge könnte die Quote bis 2025 auf 70 Fälle pro 10.000 Unternehmen klettern, nach 47 im Jahr 2021. Die Branche hofft nun auf neuen Schwung im Jahr 2026, nach einem schwierigen Jahr.
Der Druck auf die Automobilindustrie in Sachsen-Anhalt, sich zu wandeln, wächst. Zulieferer müssen in neue Märkte oder Technologien vorstoßen, um weitere Jobverluste zu vermeiden. Mit nach wie vor schwacher Produktion und steigenden Insolvenzen wird sich in den kommenden Jahren zeigen, wie anpassungsfähig die Region ist.