Sachsen-Anhalt vernachlässigt Arbeitsschutz: Kontrollen brechen ein – Löhne bleiben niedrig
Lukas BraunSachsen-Anhalt vernachlässigt Arbeitsschutz: Kontrollen brechen ein – Löhne bleiben niedrig
Sachsen-Anhalt verzeichnet drastischen Rückgang bei Arbeitskontrollen und Durchsetzung
In Sachsen-Anhalt haben Arbeitsinspektionen und die Durchsetzung von Arbeitsschutzbestimmungen in den vergangenen drei Jahren stark nachgelassen. Gleichzeitig ist die Zahl der Unternehmen gesunken, während niedrige Löhne ein anhaltendes Problem bleiben. Kritiker fordern nun dringende Maßnahmen gegen das, was sie als "Durchsetzungsblindheit" in der Region bezeichnen.
Zwischen 2022 und 2025 sank die Zahl der aktiven Unternehmen in Sachsen-Anhalt von 65.738 auf 62.211. Gleichzeitig schwächte sich die Kontrolle der Arbeitsschutzvorschriften deutlich ab. Bis 2025 erreichten Inspektionen und Sanktionen nur noch 42,4 Prozent des Niveaus von 2022.
Kontrollen bleiben extrem selten Zollprüfungen in Betrieben sind nach wie vor eine Seltenheit. Statistisch gesehen muss ein Unternehmen nur alle 90 Jahre mit einer Kontrolle rechnen. Bei landwirtschaftlichen Betrieben ist die Situation noch prekärer: Hier steht eine Überprüfung im Schnitt nur alle 234 Jahre an.
Lohnverstöße weit verbreitet 2025 verdienten 23,3 Prozent aller Beschäftigten in der Region weniger als 15 Euro pro Stunde. Besonders betroffen sind nicht tarifgebundene Arbeitsplätze, wo 35 Prozent der Mitarbeiter unter dieser Grenze liegen. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 13,90 Euro und soll bis 2027 auf 14,60 Euro steigen.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) führte 2025 zwar etwas mehr Prüfungen durch – die Zahl stieg von 677 auf 691. Doch für David Schliesing, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion, reichen diese Anstrengungen bei Weitem nicht aus. Er fordert spezielle Staatsanwälte zur Bekämpfung von Lohnverstößen sowie eine dringende Aufstockung des Zollpersonals, um die Aufsicht zu verbessern.
Kritik an mangelnder Kontrolle Der Rückgang der Kontrollen fällt mit der abnehmenden Zahl an Betrieben in Sachsen-Anhalt zusammen. Angesichts der seltenen Inspektionen warnen Beobachter, dass Verstöße gegen Arbeitsrecht jahrzehntelang unentdeckt bleiben könnten. Schliesings Forderungen unterstreichen die Notwendigkeit stärkerer Maßnahmen, um Arbeitnehmer zu schützen und faire Löhne in der gesamten Region durchzusetzen.






