Rheinmetall verkauft zivile Sparte Power Systems für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Marie SchulzRheinmetall verkauft zivile Sparte Power Systems für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall hat sich darauf geeinigt, seine zivile Sparte Power Systems an die Beteiligungsgesellschaft AEQUITA für vorläufig 350 Millionen Euro zu verkaufen. Der Deal markiert einen weiteren Schritt in der Neuausrichtung des Konzerns auf Rüstungsgeschäfte, nachdem bereits zuvor die Kolbenfertigung veräußert worden war. Beide Unternehmen rechnen damit, dass die Transaktion Ende 2026 abgeschlossen wird – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung.
Die Sparte, zu der Marken wie Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice gehören, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. AEQUITA plant, alle 6.250 Mitarbeiter der übernommenen Bereiche zu behalten.
Seit 2023 baut Rheinmetall sein Portfolio um und konzentriert sich verstärkt auf den Verteidigungssektor. Der Verkauf von Power Systems folgt auf die zuvor getätigten Veräußerungen der Groß- und Kleinserien-Kolbenaktivitäten. Konzernchef Armin Papperger bezeichnete die Vereinbarung als einen „wichtigen Meilenstein“ in der Unternehmensgeschichte.
Nicht alle Vermögenswerte wechseln jedoch den Besitzer: Drei deutsche Standorte des Joint Ventures KS Huayu AluTech bleiben bei Rheinmetall. Das spanische Werk von Pierburg in Abadiano wird vorerst in einem Hybridmodell weitergeführt, bevor es vollständig auf die militärische Produktion umgestellt wird.
Axel Geuer, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von AEQUITA, erklärte, die Übernahme werde den Umsatz des Unternehmens im Automobilsegment auf etwa 5 Milliarden Euro steigern. Die übernommene Sparte behält unter der neuen Führung ihre bisherigen Markennamen bei.
Parallel dazu wird Dermalog SensorTec in die Rheinmetall-Sparte Waffen und Munition integriert. Der Standort in Neuss bleibt davon unberührt und führt seine Aktivitäten wie bisher fort.
Der Verkauf soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden, sofern die Wettbewerbsbehörden zustimmen. AEQUITA übernimmt damit eine Sparte mit stabilen Erträgen und einer großen Belegschaft, während Rheinmetall seine Geschäfte weiter auf Rüstung und Militärtechnik ausrichtet.






