Republikaner wollen H-1B-Visum radikal reformieren – Fachkräfte betroffen
Marie SchulzRepublikaner wollen H-1B-Visum radikal reformieren – Fachkräfte betroffen
Eine Gruppe republikanischer Abgeordnete hat einen Gesetzentwurf zur grundlegenden Reform des US-H-1B-Visumprogramms eingebracht. Der unter dem Titel „American White-Collar Worker Jobs Act“ vorgestellte Entwurf wird vom texanischen Kongressabgeordneten Chip Roy angeführt. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für ausländische Fachkräfte in spezialisierten Berufen in den USA deutlich zu ändern.
Im Fokus der Vorlage steht das H-1B-Visum, das derzeit qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland den Zugang zu Fachpositionen in den USA ermöglicht. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde die maximale Visumdauer von sechs auf zwei Jahre verkürzt. Zudem soll das Auswahlverfahren reformiert werden, um Bewerber mit den höchsten Gehaltsangeboten zu priorisieren.
Weitere Maßnahmen umfassen die Abschaffung des „Optional Practical Training“-(OPT-)Programms für internationale Studierende. Der Entwurf sieht zudem die Streichung der „Dual-Intent“-Regelung vor, die es H-1B-Inhabern bisher ermöglichte, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis anzustreben. Visuminhaber müssten künftig nachweisen, dass sie ihren Hauptwohnsitz im Heimatland behalten und nicht beabsichtigen, sich dauerhaft in den USA niederzulassen.
Die Initiative knüpft an jüngste Verschärfungen der Trump-Administration an, die legale Einwanderungswege eingeschränkt und die Gebühren für H-1B-Visumanträge erhöht hatte. Unterstützung erfährt der Gesetzentwurf von Organisationen wie „U.S. Tech Workers“, dem „Immigration Accountability Project“ und der „Federation for American Immigration Reform“ (FAIR).
Die Aussichten auf eine Verabschiedung des Gesetzes gelten jedoch als begrenzt. Die knappe republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus sowie möglicher Widerstand von Demokraten und gemäßigteren Republikanern verringern die Chancen auf eine Umsetzung. Würden die geplanten Änderungen in Kraft treten, wären sie ein radikaler Einschnitt in die US-Einwanderungspolitik für Fachkräfte.






