Rébecca Chaillons radikale Performance feiert nicht-konforme Körper und bricht Tabus
Clara FrankeRébecca Chaillons radikale Performance feiert nicht-konforme Körper und bricht Tabus
Rébecca Chaillons neueste Performance Die Parabel der Säure vereint sieben Darstellende, um Fettleibigkeit, Glauben und körperliche Normen zu erkunden. Die von Chaillon – einer schwarzen, fettleibigen, kinderlosen, alternden Lesbe – inszenierte Show lotet Themen wie Schuld, Übertretung und die Realitäten nicht-konformer Körper aus.
Die dreistündige Produktion lässt sich von Octavia Butlers Roman Parable of the Sower (Die Parabel der Säerin) inspirieren. Der französische Titel La Parabole du Seum spielt mit den Bedeutungen von „Parabel“, „Satellitenschüssel“ und „Wut“.
Auf der Bühne tragen die Performenden buttergelbe Roben und goldene Unterwäsche. Sie klettern über Butterberge, stellen Butter her und verteilen sie an das Publikum. Eine Darstellerin, Julie Teuf, lädt die Zuschauer:innen ein, die Butter zu probieren und an einer Verlosung teilzunehmen.
Die Gruppe inszeniert auch Szenen aus The Biggest Loser, entschuldigt sich für ihre als regelbrechend empfundenen Körper, stürzt sich in Fressgelage, wickelt sich in Alufolie und posiert am Ende wie Bodybuilder:innen. Die Performance hinterfragt den „Zauber des Glaubens“ an Astrologie, Konsum und Körperformen, die Schuldgefühle auslösen.
Die Show konfrontiert harte Realitäten wie körperliche Gewalt, Essanfälle und körperliches Leid. Durch diese Handlungen stellen die Darstellenden gesellschaftliche Normen infrage und erkunden die Komplexität der eigenen Körper.
Das Stück bietet einen schonungslosen, ungefilterten Blick auf die Erfahrungen von Körpern, die gesellschaftlichen Erwartungen trotzen. Das Publikum verlässt die Vorstellung mit einer direkten, sinnlichen Auseinandersetzung mit den Themen – vom Butterkosten bis hin zu den unverschämten Ausdrucksformen der Identität der Performenden.






