RAW-Gelände in Berlin: Kultclubs droht das Aus durch Umgestaltungsstreit
Tim SimonRAW-Gelände in Berlin: Kultclubs droht das Aus durch Umgestaltungsstreit
Mehrere bekannte Clubs auf dem Berliner RAW-Gelände stehen nun vor der Schließung. Die familiengeführte Firma Kurth hat ihre Betriebserlaubnisse widerrufen, wodurch ihr weiterer Betrieb illegal wird. Ein Streit um die Umgestaltungspläne ist eskaliert und lässt die Zukunft von Locations wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby und Cassiopeia ungewiss erscheinen.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht Kurths Vorhaben, das RAW-Gelände umzugestalten, das das Unternehmen seit 2015 besitzt. Zwar hatten der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und Kurth eine Resolution ausgearbeitet, die soziokulturellen Einrichtungen Priorität einräumt, doch gibt es weiterhin Uneinigkeit darüber, wie schnell dieser Plan verbindlich umgesetzt werden soll. Kurth pocht nun auf den Bau von Wohnungen – trotz eines Verbots durch die Bezirksverordnetenversammlung.
Kurth verweigert die Verlängerung der kurzfristigen Mietverträge für mehrere Clubs und erhöht so den Druck auf die Betreiber. Als Reaktion wehren sich Clubvertreter:innen und der lokale Politiker Florian Schmidt gegen diese "Einschüchterungstaktik". Kurth hat eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats für eine Einigung gesetzt, was die Situation zusätzlich verschärft.
Aktivist:innen haben für Samstag eine Demonstrationsrave organisiert, um gegen die drohenden Schließungen zu protestieren. Die Veranstaltung erhält Unterstützung von SPD, Grünen und Linken – ein Zeichen für die politische Brisanz des Konflikts.
Ohne verlängerte Verträge oder einen Kompromiss droht den betroffenen Clubs die endgültige Schließung. Das Ergebnis der anstehenden Verhandlungen in diesem Monat wird entscheiden, ob das RAW-Gelände seine kulturellen Räume behält oder einer Umgestaltung weichen muss. Protestierende und politische Unterstützer:innen kämpfen weiterhin für eine Lösung, die den soziokulturellen Charakter des Viertels bewahrt.






