"Radikale Freundlichkeit": Warum wir auf Schimpfen verzichten sollten – und stattdessen dankbar sein
Clara Franke"Radikale Freundlichkeit": Warum wir auf Schimpfen verzichten sollten – und stattdessen dankbar sein
Ein neues Buch mit dem Titel „Radikale Freundlichkeit“ schlägt einen ungewöhnlichen Umgang mit Alltagsärger vor. Statt mit Wut zu reagieren, rät es zu Dankbarkeit – eine Idee, die gängige Reaktionsmuster infrage stellt, besonders in Ländern wie Österreich, wo Schimpfen tief in der Kultur verankert ist.
In Österreich gibt es über 50 Wörter für „Idiot“, von „Dodel“ bis „Nudelaug“. Fluchen wird dort fast wie eine Kraftquelle beschrieben, vergleichbar mit Yoga. Wer auf der Autobahn zu langsam fährt, kann nach wie vor heftige Reaktionen auslösen – doch das Buch schlägt vor, stattdessen Dankbarkeit zu zeigen.
Die Autorin von „Radikale Freundlichkeit“ geht noch einen Schritt weiter und setzt auf Selbstfürsorge. Statt sich selbst zu beschimpfen, will sie sich künftig als „kognitive Minimalistin“ bezeichnen. Diese sprachliche Veränderung steht für einen größeren Wandel: Frustration soll durch gelassene Reflexion ersetzt werden.
Das Buch präsentiert eine einfache, aber radikale These: Begegne Verärgerung mit Freundlichkeit. Die Ursache des Ärgers verschwindet dadurch nicht – doch die Art, wie Menschen reagieren, könnte sich grundlegend ändern. Ob im Straßenverkehr oder im Umgang mit sich selbst: Dieser Ansatz hat das Potenzial, den Alltag zu verändern.






