Proteste gegen KiBiz-Reform: Eltern und Erzieher warnen vor Personalmangel und Qualitätsverlust
Clara FrankeProteste gegen KiBiz-Reform: Eltern und Erzieher warnen vor Personalmangel und Qualitätsverlust
Eltern, Erzieher und Kinder protestieren gegen Änderungen am Kinderbildungsgesetz in Nordrhein-Westfalen
Etwa 50 Eltern, Pädagogen und Kinder haben sich vor dem St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt versammelt, um gegen die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu demonstrieren. Sie kritisieren Personalmangel und steigende Kosten. Die im Januar eingeführten Änderungen setzen viele Einrichtungen unter Druck – viele kämen mit den neuen Vorgaben kaum zurecht.
Die Kundgebung stand unter dem Motto "Wir sind sprachlos" und richtete sich vor allem gegen zwei zentrale Probleme: explodierende Energiekosten und einen eklatanten Personalmangel. Vanessa Frankenthal, Leiterin des Kindergartens, betonte, dass die Bedürfnisse der Kinder wegen der Unterbesetzung nicht mehr ausreichend erfüllt werden könnten.
Kernpunkt der Reform ist die Einführung eines neuen Systems aus "Kern- und Randzeiten", das die Präsenz der Erzieher auf nur noch fünf Stunden täglich begrenzen soll. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, warnte, dass dies die Betreuungsqualität deutlich verschlechtern werde. Die Landesregierung hat unterdessen zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt.
Doch die KiBiz-Reform hält mit der Inflation nicht Schritt und belastet die Träger finanziell zusätzlich. Ähnliche Proteste sind in den nächsten Wochen an weiteren Kitas geplant.
Die Demonstration zeigt die wachsende Unzufriedenheit mit der KiBiz-Novelle. Trotz der angekündigten Mittelaufstockung kämpfen viele Einrichtungen weiterhin mit finanziellen Engpässen und Personalproblemen. Da die Reform weiter in der Kritik steht, sind weitere Proteste zu erwarten.






