Polen verschärft Visaregeln für Studenten und Arbeitskräfte drastisch
Clara FrankePolen verschärft Visaregeln für Studenten und Arbeitskräfte drastisch
Die polnische Regierung hat ihre Visapolitik für Studenten und Arbeitskräfte deutlich verschärft. Die neuen Regelungen zielen darauf ab, die Internationalisierung der Wissenschaft zu fördern und wirtschaftliche sowie sicherheitspolitische Kriterien stärker zu berücksichtigen. Studentenvisa werden nun vorrangig an Personen vergeben, die einen nachweislichen Beitrag zur internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit leisten. Gleichzeitig werden Arbeitserlaubnisse strenger an wirtschaftliche Vorteile und verschärfte Sicherheitsprüfungen geknüpft. Diese Änderungen führen dazu, dass die Gesamtzahl der ausgestellten Visa deutlich unter den Werten der Vorjahre liegt.
In den letzten vier Jahren sank die Zahl der Studentenvisa in Polen von fast 31.000 auf etwa 12.000 – ein Rückgang um mehr als 60 Prozent. Noch stärker betroffen sind Arbeitsvisa: Ihre Anzahl verringerte sich von 122.000 im ersten Quartal 2022 auf nur noch 38.000 bis Anfang 2026. Die strengeren Kontrollen sollen sicherstellen, dass Visa ausschließlich für echte akademische Zwecke oder wirtschaftliche Notwendigkeiten erteilt werden.
Die Verschärfung der Visabestimmungen erfolgte nach einer anfänglichen Öffnung des polnischen Arbeitsmarktes für ukrainische Flüchtlinge im Jahr 2022, die auf den russischen Angriff folgte. Die Behörden reagierten damit auf festgestellten Missbrauch des Systems und passten die Regelungen an die neuen sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Anforderungen an. Die neuen Visabestimmungen haben zur Folge, dass deutlich weniger Ausländer zum Studieren oder Arbeiten nach Polen einreisen können. Die Maßnahmen sollen die Qualität der akademischen Zusammenarbeit und die wirtschaftliche Stabilität des Landes stärken, während gleichzeitig die Sicherheit erhöht wird.






