29 January 2026, 00:17

Platform Group übernimmt Apothekeneinkaufspartner und setzt auf digitale Pharmahandels-Revolution

Ein Regal in einer Apotheke, das mit verschiedenen Medikamenten, Schachteln und anderen Gegenständen gefüllt ist, die ordentlich auf den Regalen angeordnet sind.

Platform Group übernimmt Apothekeneinkaufspartner und setzt auf digitale Pharmahandels-Revolution

Die Platform Group (TPG) hat Apothekeneinkaufspartner (AEP), einen wichtigen Akteur im pharmazeutischen Großhandel, übernommen. Der Deal markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung digitale Transformation der Branche. Analysten erwarten, dass durch die Zusammenführung von traditioneller Distribution und modernster Technologie neue Synergien entstehen.

AEP wurde 2012 von der Österreichischen Post, die etwa 51,5 % hielt, und Martin Bartenstein, Österreichs ehemaligem Wirtschaftsminister (rund 25 % Anteil), gegründet. Das Unternehmen hat sich seitdem zu einem schlagkräftigen Konkurrenten der vier dominierenden deutschen Großhändler entwickelt. Mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro bewegt sich AEP damit auf ähnlichem Niveau wie TPG selbst.

Der Verkauf passt in die Strategie der Österreichischen Post, sich auf Logistik und Infrastruktur in Südosteuropa zu konzentrieren. TPG-Chef Dominik Benner hingegen will durch eine offensive Digitalisierung die Branchenführer herausfordern. Er setzt darauf, dass technologisch getriebene Integration Skaleneffekte schafft – selbst gegen milliardenschwere Konkurrenten.

AEP war zuvor in den viel beachteten "Barrabatt-Streit" verwickelt, der im Februar 2024 mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs endete. Das Gericht verbot Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente, die über die gesetzlichen Großhandelsmargen hinausgehen. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben, Gerüchten zufolge liegt er jedoch im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Der Wettbewerb im t online Pharmahandel verschärft sich zusehends: Unternehmen wie Redcare Pharmacy und DocMorris verzeichnen starke Umsatzzuwächse. Mit der Übernahme will TPG das traditionelle Großhandelsmodell von AEP mit digitalen Lösungen verknüpfen, um die Betriebseffizienz zu steigern.

Der Deal stärkt TPGs Position in einem sich rasant digitalisierenden Markt. Durch die Verbindung von AEPs etabliertem Netzwerk mit technologiegestützten Strategien will das Unternehmen mit größeren Playern konkurrieren. Die Transaktion spiegelt zudem den branchenweiten Wandel wider, da der Spiegel Online Wettbewerb weiter an Fahrt aufnimmt.