Pilotprojekt LadeFlexBW belohnt E-Auto-Besitzer für flexible Ladezeiten und Netzstabilität
Marie SchulzPilotprojekt LadeFlexBW belohnt E-Auto-Besitzer für flexible Ladezeiten und Netzstabilität
Ein neues Projekt in Baden-Württemberg testet, wie Besitzer von Elektroautos durch flexible Ladezeiten Geld verdienen können
Unter dem Namen LadeFlexBW belohnt das Pilotprojekt private Autofahrer dafür, dass sie ihre Ladegewohnheiten an die Bedürfnisse des Stromnetzes anpassen. Seit dem Start im September 2023 nehmen rund 1.500 Teilnehmer an der Initiative teil, die einen Beitrag zur Energiewende leisten soll – ohne den Alltag der Fahrer zu beeinträchtigen.
Das Projekt nutzt das bestehende Standardlastprofil (SLP)-System und beweist, dass netzdienliches Laden auch ohne intelligente Stromzähler möglich ist. Die Teilnehmer müssen weder ihren Energieanbieter wechseln noch ihren Tarif anpassen, da die bereitgestellte Flexibilität unabhängig von ihrem Strombezug vermarktet wird. So bleibt der Prozess für die Fahrer einfach und freiwillig.
Dominique Gross, Geschäftsführerin von Intelligent Energy System Services (IE2S), erprobt mit dem Vorhaben ein Geschäftsmodell, das E-Auto-Besitzern eine Vergütung für die Anpassung ihrer Ladezeiten bietet. Das System ist so konzipiert, dass es sich von Hunderten auf Zehntausende Fahrzeuge ausweiten lässt – ohne dass Nutzer dadurch zusätzliche Hürden erfahren. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied bei TransnetBW, betont, wie wichtig solche Reallabore sind, um von kleinen Testläufen zu einer flächendeckenden Umsetzung zu gelangen.
Bis März 2026 könnten die Erkenntnisse aus LadeFlexBW die Gestaltung zukünftiger Strompreismodelle, digitaler Ladedienste und Regularien für dezentrale Flexibilität beeinflussen. Gleichzeitig fördert das Projekt die Integration der E-Mobilität in ein erneuerbares Energiesystem und schafft für Fahrer eine zusätzliche Einnahmequelle – ganz im Sinne der europäischen Bestrebungen, die Nachfragesteuerung voranzutreiben.
LadeFlexBW zeigt, wie private E-Auto-Besitzer zur Netzstabilität beitragen und dabei Nebeneinkünfte erzielen können. Die Ergebnisse des Pilotprojekts könnten künftig Energiepolitiken, Ladetechnologien und Marktmodelle in ganz Deutschland prägen. Mit bereits 1.500 teilnehmenden Fahrern markiert die Initiative einen konkreten Schritt hin zu einem flexibleren und nachhaltigeren Energiesystem.






