15 May 2026, 16:16

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Loch – wer zahlt die Rechnung?

Plakat mit der Aufschrift "28,2 Millionen Amerikaner warten noch auf Obamacare und bleiben unversichert" und einem Logo unten.

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Loch – wer zahlt die Rechnung?

Deutschlands soziale Pflegeversicherung steht vor einem Finanzloch von 22 Milliarden Euro

In den kommenden zwei Jahren droht der sozialen Pflegeversicherung ein Defizit von 22 Milliarden Euro. Ohne dringende Reformen könnte die Lücke zu massiven Kürzungen bei der Unterstützung von Pflegeheimbewohnern und Angehörigen führen, die ihre Familienmitglieder zu Hause versorgen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (parteilos) arbeitet nun an einem Sparpaket, um die Krise zu bewältigen.

Warken plant, ihre Vorschläge bis Mitte Mai vorzulegen. Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem vor, geplante Erhöhungen der Zuschüsse für stationäre Pflege zu verschieben. Bisher steigen diese Zuschüsse schrittweise an – doch der neue Plan würde die Anpassungen für viereinhalb Jahre einfrieren.

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Die Hauptlast dieser Verzögerung trägen die Heimbewohner. Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass die ausbleibenden Erhöhungen die monatlichen Eigenanteile um 161 Euro steigen ließen. Über den gesamten Zeitraum könnten auf jeden Bewohner so fast 20.000 Euro zusätzliche Kosten zukommen. Bereits jetzt zahlen Pflegeheimbewohner im Schnitt 3.200 Euro pro Monat aus eigener Tasche.

Auch Angehörige, die ihre Familienmitglieder zu Hause pflegen, wären von den Reformen betroffen. Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK-Gesundheit, erwartet, dass Warken vorschlagen wird, die Rentenansprüche für pflegende Angehörige zu halbieren. Eine weitere Maßnahme sieht vor, den Versicherungsschutz nach viereinhalb Jahren auf 70 Prozent zu deckeln – was die finanzielle Unterstützung weiter verringern würde.

Storm hat die Ministerin öffentlich aufgefordert, die Kürzungen zu überdenken. Er argumentiert, dass die Streichung von Zuschüssen und Rentenansprüchen die bestehende Pflegekrise eher verschärfen als lösen würde.

Ziel der Sparmaßnahmen ist es, das 22-Milliarden-Loch zu schließen – doch die Kosten würden damit vor allem auf die Schultern der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen abgewälzt. Sollten die Pläne umgesetzt werden, träten die Änderungen in den nächsten Jahren schrittweise in Kraft – mit langfristigen finanziellen Folgen für alle, die auf das System angewiesen sind.

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