26 January 2026, 14:22

Ott plant radikalen Schulumbau in NRW: Nur noch zwei Schulformen ab 2027

Ein detailliertes altes Papierkarte von Westfalen, das geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen bietet.

Ott will das NRW-Schulsystem radikal umkrempeln - Ott plant radikalen Schulumbau in NRW: Nur noch zwei Schulformen ab 2027

Nordrhein-Westfalens Schulsystem könnte 2027 vor einem radikalen Umbau stehen – falls die SPD die Landtagswahl gewinnt. Der Spitzenkandidat Jochen Ott schlägt vor, das aktuelle mehrgliedrige Schulsystem durch nur noch zwei weiterführende Schulformen zu ersetzen. Das Vorhaben zielt auf eine Vereinfachung des Bildungssystems ab, würde jedoch Jahre bis zur vollständigen Umsetzung benötigen.

Das bestehende System umfasst eine Vielzahl von Schularten – von Hauptschulen und Realschulen über Berufskollegs bis hin zu Modellversuchen wie Gemeinschaftsschulen und Primus-Schulen. Ott kritisiert, dass diese Vielfalt viele Schülerinnen und Schüler überfordert: Aktuell verlässt fast ein Fünftel der Absolventen die Schule ohne die nötigen Qualifikationen für eine direkte Berufsausbildung.

Laut SPD-Plänen sollten Schüler nach der Grundschule künftig nur noch zwischen zwei Optionen wählen: einem Gymnasium oder einer Gesamtschule. Die Reform sieht vor, alle anderen Schulformen bis 2032 schrittweise abzuschaffen, wobei bereits eingeschulte Kinder ihren bisherigen Bildungsweg abschließen könnten. Auch das Schicksal von Programmen wie Primus würde im Rahmen der Umstrukturierung neu bewertet.

Otts Pläne gehen über strukturelle Änderungen hinaus. Für den Fall eines Wahlsiegs will er „handyfreie Vormittage“ an Schulen einführen, um analoges Lernen zu fördern. Zudem pocht die SPD darauf, dass grundlegende Entscheidungen wie diese Reform in der Verantwortung der Landesregierung bleiben – und nicht an Kommunen delegiert werden.

Die vorgeschlagenen Änderungen würden nicht sofort in Kraft treten, sondern schrittweise eingeführt, um laufende Schullaufbahnen nicht zu unterbrechen. Ziel der SPD ist ein schlankeres System, doch der Wandel erfordert eine sorgfältige Abstimmung über die gesamte nächste Legislaturperiode hinweg.