10 May 2026, 03:02

Österreichs Pflegenotstand: Warum die 24-Stunden-Betreuung für viele unerreichbar wird

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Österreichs Pflegenotstand: Warum die 24-Stunden-Betreuung für viele unerreichbar wird

In Österreich steigt der Bedarf an 24-Stunden-Betreuung kontinuierlich an. Verantwortlich dafür sind die alternde Bevölkerung und eine steigende Lebenserwartung, die derzeit bei 84,3 Jahren für Frauen und 79,8 Jahren für Männer liegt. Gleichzeitig warnen Expert:innen vor einer drohenden Krise im Pflegesystem, da Finanzierungslücken und Personalmangel die Versorgung gefährden. Aktuell versorgen rund 56.500 Betreuungskräfte etwa 35.000 hilfsbedürftige Menschen in Österreich. Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung belaufen sich dabei oft auf über 4.000 Euro pro Monat – ein Betrag, der für viele Haushalte ohne staatliche Unterstützung nicht tragbar ist. Doch die Einkommensgrenze für volle Zuschüsse liegt seit 2007 unverändert bei 2.500 Euro und wurde seitdem nicht an die Inflation oder gestiegene Lebenshaltungskosten angepasst.

Harald G. Janisch, Vorsitzender des Wiener Fachverbands für Persönliche Beratung und Betreuung, betont, dass ohne angepasste Fördergelder oder höhere Zuschüsse die 24-Stunden-Betreuung für viele Österreicher:innen unerreichbar bleibt. Die Plattform für Persönliche Betreuung fordert daher eine Ausweitung der staatlichen Unterstützung, insbesondere für geteilte Betreuungsmodelle, die kostengünstiger wären. Gleichzeitig wird kritisiert, dass die Finanzierung ungleich verteilt ist: Während Pflegeheime jährlich mit 2,5 Milliarden Euro gefördert werden, fließen in die 24-Stunden-Betreuung nur 193 Millionen Euro.

Um den wachsenden Bedarf zu bewältigen und die Selbstständigkeit älterer Menschen zu verlängern, setzt die Initiative ‘Gut leben im Viertel’ auf präventive Maßnahmen. Sie bietet Workshops und Beratungen zu Themen wie Bewegung, Ernährung und psychischer Gesundheit an, um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Die aktuelle Situation im Pflegesystem zeigt, dass ohne Reformen die Versorgung älterer Menschen in Österreich zunehmend unter Druck gerät. Während die Nachfrage nach 24-Stunden-Betreuung steigt, bleiben Finanzierung und Personalausstattung hinter den Erfordernissen zurück – eine Entwicklung, die ohne politische Maßnahmen langfristige Folgen für Betroffene und Angehörige haben könnte.

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