Österreichs neuer Plan: Wie die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern endlich kleiner werden soll
Lukas BraunÖsterreichs neuer Plan: Wie die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern endlich kleiner werden soll
Österreich hat einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verringern soll. Damit reagiert das Land auf die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz, die bereits im April 2023 verabschiedet wurde, um Lohndiskriminierung in ganz Europa zu bekämpfen.
Aktuell verdienen Frauen in Österreich im Schnitt 17,6 Prozent weniger als Männer – selbst nach Berücksichtigung von Teilzeitarbeit und Branchenunterschieden bleibt eine Differenz von mindestens sechs Prozent bestehen. Arbeitsministerin Korinna Schumann hat den Entwurf bei der Bundesregierung eingereicht. Der Vorschlag sieht vor, dass Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten alle drei Jahre einen Lohnbericht erstellen müssen. Größere Firmen mit 250 oder mehr Mitarbeitenden sind sogar verpflichtet, jährlich über die Gehälter zu berichten.
Überschreitet die Lohnlücke fünf Prozent ohne eine nachvollziehbare, geschlechterneutrale Begründung, müssen Arbeitgeber korrigierende Maßnahmen ergreifen. Ziel der Regelung ist es, ungerechtfertigte Unterschiede zu beseitigen und Österreich näher an die EU-Standards zur Lohngleichheit heranzuführen.
Allerdings haben Österreich und die meisten anderen EU-Länder die Frist zur Umsetzung der Richtlinie bereits verpasst. Die neuen Bestimmungen sollen nun nachträglich für mehr Transparenz und Fairness auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Mit dem Gesetzentwurf setzt Österreich einen wichtigen Schritt, um die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen zu verringern. Ob die Maßnahmen ausreichen, um die bestehende Lücke von 17,6 Prozent nachhaltig zu schließen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.






