Ostdeutschlands Kitas kämpfen um Überleben – droht das große "Kita-Sterben" ab 2027?
Marie SchulzSPD-Politiker im Osten warnen vor Kindergarten-Rückgang - Ostdeutschlands Kitas kämpfen um Überleben – droht das große "Kita-Sterben" ab 2027?
Kitas in Ostdeutschland stehen unter wachsendem Druck – sinkende Kinderzahlen zwingen zu Schließungen
Die Kindertagesstätten in Ostdeutschland geraten zunehmend unter Druck, da die Zahl der Kinder stark zurückgeht. Trotz eines gut ausgebauten Netzes, das berufstätige Familien unterstützt, führt der Rückgang der Belegungszahlen dazu, dass einige Einrichtungen schließen müssen. Politiker warnen nun vor einer tieferen Krise ab 2027, falls geplante Kürzungen bei der Finanzierung umgesetzt werden.
Ostdeutschland verfügte lange über ein besonders starkes Kita-System – die Betreuungsquote für unter Dreijährige lag hier 22 Prozent höher als im Westen. Doch der demografische Wandel lässt die Kinderzahlen weiter schrumpfen, sodass Plätze leer bleiben und immer mehr Einrichtungen vor der Schließung stehen. SPD-Politiker aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sprechen von einem drohenden "Kita-Sterben", auch wenn die genauen Zahlen der betroffenen Einrichtungen noch unklar sind.
Die SPD fordert daher eine Fortführung der Bundesförderung, um das Betreuungspersonal zu halten, Fachkräfte anzuwerben und verlängerte Öffnungszeiten zu subventionieren. Ein Ende dieser Mittel wäre ihrer Ansicht nach unverantwortlich und würde das Risiko eines strukturellen Zusammenbruchs in ohnehin schon geschwächten Regionen erhöhen. Gleichzeitig versuchen die Länder mit eigenen Maßnahmen gegenzusteuern – doch diese sind mit hohen Kosten verbunden.
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plant noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf zur frühkindlichen Bildung vorzulegen. Damit soll den Herausforderungen begegnet werden, doch konkrete Regelungen zu Finanzierung und Umsetzung stehen noch aus.
Ohne Gegenmaßnahmen könnte das Kita-Netz in Ostdeutschland bis 2027 drastisch ausgedünnt werden. Der Rückgang der Kinderzahlen reduziert bereits jetzt die Kapazitäten, und die anstehenden Finanzentscheidungen werden darüber bestimmen, ob Einrichtungen überhaupt weiterbetrieben werden können. Bund und Länder müssen nun Wege finden, ein System zu stützen, das für berufstätige Familien unverzichtbar bleibt.






