06 March 2026, 04:16

NRW-Minister fordert Stromsteuersenkung wegen explodierender Benzinpreise und Ölkrise

Eine Grafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt und von begleitendem Text ergänzt wird.

Steigende Preise: NRW-Minister fordert Abbau der Stromsteuer - NRW-Minister fordert Stromsteuersenkung wegen explodierender Benzinpreise und Ölkrise

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer fordert Senkung der Stromsteuer auf EU-Mindestniveau

Oliver Krischer, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, hat die Bundesregierung aufgefordert, die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das EU-Mindestmaß zu senken. Mit diesem Vorschlag sollen Haushalte und Unternehmen finanziell entlastet und gleichzeitig der Umstieg auf Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien beschleunigt werden. Krischers Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Benzinpreise aufgrund der jüngsten Spannungen im Nahen Osten auf den höchsten Stand seit Mitte 2024 gestiegen sind und die Spritkosten in die Höhe treiben.

Sein Plan ist auch eine Reaktion auf die Kritik an der bisherigen Energiepolitik der Ampelkoalition, die aus seiner Sicht die Versprechen an die Verbraucher nicht eingelöst habe.

Der jüngste Anstieg der Ölpreise folgt auf die Eskalation der Konflikte zwischen den USA, Israel und dem Iran. Durch Bombenangriffe Ende Februar und Anfang März 2026 wurden Lieferrouten unterbrochen, woraufhin der Preis für Brent-Rohöl innerhalb einer Woche um fast fünf Dollar pro Fass stieg und mit knapp unter 80 Dollar ein Sechs-Monats-Hoch erreichte. Zwar liegt dieser Wert unter historischen Spitzen, doch der Anstieg hat die Spritpreise in Deutschland dennoch auf 1,78 Euro pro Liter für Super E10 und 1,74 Euro für Diesel getrieben – die höchsten Werte seit Mitte 2024. Die globalen Märkte spüren die Belastung: China hat die Treibstoffexporte gestoppt, und US-Sanktionen verschärfen den Druck auf die russischen Lieferungen.

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Krischer lehnte Forderungen nach einer erneuten Spritpreisbremse ab und verwies auf das Scheitern einer solchen Maßnahme im Jahr 2022, als kriegsbedingte Kostensteigerungen den Verbrauchern kaum Entlastung brachten. Stattdessen schlug er vor, die nationalen Heizölreserven anzuzapfen, um die Preise zu stabilisieren und Engpässe zu vermeiden. Zudem forderte er eine strengere Kontrolle durch die Kartellbehörde, um überhöhte Preise an den Tankstellen zu unterbinden.

Der Minister kritisierte, dass die Koalition bei der Ausweitung erneuerbarer Energien und der Gebäudesanierung Rückschritte gemacht habe – Politiken, die seiner Meinung nach die Abhängigkeit von Energieimporten noch verschärft hätten. Als nachhaltige Lösung gegen hohe Preise nannte er den Ausstieg aus der Abhängigkeit von ölproduzierenden Regimen durch eine beschleunigte Elektromobilität und den Ausbau erneuerbarer Heizsysteme. Krischer wies darauf hin, dass Bundeskanzler Friedrich Merz zwar im Wahlkampf eine Senkung der Stromsteuer versprochen habe, die Regierung diese jedoch nur für die Industrie – nicht aber für alle Verbraucher – umgesetzt habe und damit hinter den ursprünglichen Koalitionsvereinbarungen zurückbleibe.

Krischers Vorschläge zielen sowohl auf eine sofortige Kostenentlastung als auch auf eine langfristige Energiewende ab. Durch die Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestniveau sollen Elektroautos und erneuerbare Energien für Verbraucher attraktiver werden. Gleichzeitig würde damit eine Lücke in der bisherigen Politik geschlossen, bei der die Unterstützung für Privatverbraucher hinter den Vergünstigungen für die Industrie zurückblieb.

Angesichts der volatilen Ölpreise und steigender Spritkosten steht die Regierung nun unter Druck, sowohl die Bezahlbarkeit als auch die Nachhaltigkeit der Energieversorgung zu sichern.

Quelle