Nouripour attackiert Deutschlands zögerliche Iran-Politik in der Hormus-Krise
Clara FrankeNouripour attackiert Deutschlands zögerliche Iran-Politik in der Hormus-Krise
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat die Iran-Politik Deutschlands scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, mit ihrer aktuellen Strategie lediglich auf Ereignisse zu reagieren, statt selbst gestaltend einzugreifen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit eskalierender Spannungen in der Straße von Hormus, wo der Iran gezielt zivile Handelsschifffahrt angreift.
Nouripour warnt, dass die wiederholten Attacken Irans auf Frachtschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge eine rote Linie überschritten hätten. Trotz dieser Vorfälle gebe es in der Region keinen offiziellen Waffenstillstand, betont er. Seine Kritik richtet sich auch gegen die insgesamt zu passive Haltung Deutschlands im Umgang mit Teheran – eine Politik, die er als gefährlich einstuft.
Der Grünen-Politiker übt zudem scharfe Kritik am Außenminister Johann Wadephul (CDU). Nouripour wirft ihm vor, keine substantiellen Schritte eingeleitet zu haben, wodurch Deutschland ohne klare Linie dastehe. Statt zu führen, folge die Bundesregierung den Entwicklungen nur noch, statt sie aktiv mitzugestalten.
Nach Nouripours Einschätzung fühlt sich das iranische Regime in Verhandlungen in einer Position der Stärke und handle entsprechend selbstbewusst. Um diesem Trend entgegenzuwirken, fordert er die europäischen Staaten, die besonders von Irans Handlungen betroffen sind, zu eigenständigen Initiativen auf. Anstatt auf gemeinsame EU-Entscheidungen zu warten, sollten sie eigene diplomatische Schritte vorantreiben.
Nouripours Aussagen spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit mit der abwartenden Haltung Deutschlands wider. Er plädiert für eine entschlossenere Vorgehensweise – vor allem von denen Ländern, die direkt unter den Aktionen Teherans leiden. Ohne konsequenteres Handeln, so seine Warnung, könnte sich die Lage in der Straße von Hormus und darüber hinaus weiter zuspitzen.






