13 February 2026, 06:25

Norddeutsche Firmen wenden sich von US-Lieferanten ab – warum die Handelspolitik sie verärgert

Ein Balkendiagramm, das die Anzahl der Ein- und Ausfuhren in den Vereinigten Staaten im Jahr 2014 zeigt, mit verschiedenen farbigen Blöcken, die verschiedene Länder darstellen, und Text oben, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Industrien im Norden wenden sich von den USA ab - Norddeutsche Firmen wenden sich von US-Lieferanten ab – warum die Handelspolitik sie verärgert

Industrieunternehmen in Norddeutschland trennen sich von US-Lieferanten

Eine neue Umfrage zeigt wachsende Frustration über die amerikanische Handelspolitik. Fast 150 Unternehmen gaben an, ihre Lieferketten und Exporte zunehmend von den USA abzukoppeln.

Die von Nordmetall und der Arbeitgeberverband Nord durchgeführte Studie macht einen klaren Trend deutlich: Unternehmen suchen Alternativen zu US-Waren und -Dienstleistungen. Viele setzen zudem auf neue Handelsabkommen, um mehr Planungssicherheit zu gewinnen.

Die Erhebung lief von Ende Januar bis Anfang Februar. Dabei stellte sich heraus, dass fast jedes fünfte Unternehmen seine Lieferketten umstellt, um US-Vorprodukte zu meiden. Weitere 26 Prozent wollen ihre Abhängigkeit von amerikanischer Digitalinfrastruktur verringern – etwa bei Software und KI-Tools.

Doch nicht nur die Beschaffung steht auf dem Prüfstand: 23 Prozent der Firmen überdenken auch ihre Exportstrategien. Statt sich auf den US-Markt zu konzentrieren, loten sie Chancen in anderen Regionen aus. Nur 6 Prozent der Befragten planen, die Produktion in den USA selbst auszubauen.

Die Studie betont zudem die Bedeutung neuer Handelsverträge. Die Unternehmen sehen das geplante EU-Indien-Abkommen als entscheidend für künftiges Wachstum. Gleichzeitig warnen sie die Politik davor, das Mercosur-Abkommen zu blockieren, das einen Freihandelsraum mit über 700 Millionen Menschen schaffen würde. Trotz seines Potenzials ist das Mercosur-Abkommen jedoch noch nicht in Kraft getreten.

Viele Unternehmen nennen den US-Protektionismus als Hauptgrund für ihre Neuausrichtung. Statt gezielt auf Länder wie Großbritannien oder die Schweiz zu setzen, suchen sie generell zuverlässigere Partner.

Die Ergebnisse zeigen eine bewusste Abkehr von der Abhängigkeit von den USA. Norddeutsche Unternehmen passen Lieferketten, digitale Dienstleistungen und Exportpläne an. Ihr Fokus liegt nun auf der Diversifizierung ihrer Handelsbeziehungen und dem Zugang zu neuen Märkten – etwa durch Abkommen wie Mercosur oder das EU-Indien-Freihandelsabkommen.