Niederrheinische Industrie kämpft 2026 mit drastischen Umsatzeinbrüchen bis zu 20 Prozent
Lukas BraunNiederrheinische Industrie kämpft 2026 mit drastischen Umsatzeinbrüchen bis zu 20 Prozent
Industrieunternehmen im Niederrheinischen Mittelgebiet verzeichneten zu Beginn des Jahres 2026 nur ein schwaches Umsatzwachstum. Die Rückgänge fielen dabei stärker aus als im Landesdurchschnitt, wobei mehrere Schlüsselbranchen deutliche Verluste hinnehmen mussten. Lokale Wirtschaftsvertreter fordern nun die Bundesregierung zum Handeln auf.
Im gesamten Niederrheinischen Mittelgebiet sanken die Industrieerlöse im ersten Quartal im Vergleich zu 2025 um 9,9 Prozent. Dieser Einbruch war deutlich stärker als der durchschnittliche Rückgang in Nordrhein-Westfalen, der bei 3,1 Prozent lag. Auch der Kreis Viersen kämpfte mit einem Minus von 5,0 Prozent bei den Industrieumsätzen.
Exportierende Unternehmen der Region meldeten einen Umsatzrückgang von 11,0 Prozent. Auch die Inlandserlöse gingen zurück – um 8,4 Prozent im gesamten Gebiet und um 8,5 Prozent allein im Kreis Viersen. Fast alle Branchen verzeichneten Verluste, doch die Metallherstellung und -verarbeitung bildete eine Ausnahme mit einem leichten Plus von 1,0 Prozent.
Besonders hart traf es die chemische Industrie mit einem Rückgang von 17,0 Prozent, während der Maschinenbau am stärksten einbrach und um 20,8 Prozent einbüßte. Auch die Nahrungs- und Genussmittelbranche schrumpfte, hier sanken die Umsätze um 11,9 Prozent.
Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK, forderte eine stärkere Unterstützung durch den Bund, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Er begrüßte die Hochtechnologie-Agenda des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als positiven Schritt für den Industriestandort Deutschland.
Das erste Quartal 2026 brachte für die Industrie im Niederrheinischen Mittelgebiet erhebliche Herausforderungen. Da die meisten Branchen Verluste verzeichneten, drängen Wirtschaftsvertreter auf gezielte Maßnahmen zur Wachstumsbelebung. Ob sich die Lage in der Region stabilisiert, hängt nun sowohl von einer Markterholung als auch von politischen Impulsen ab.






